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Die Geschichte Costa Ricas beginnt mit der Präkolumbischen Ära, die frühesten Funde datieren um 10,000 v.Chr. Um 2000 v. Chr. fingen Sammler und Jäger an die ersten Produkte anzubauen, auch die ältesten gefundenen Tonarbeiten stammen aus dieser Zeit. Es gibt Grund anzunehmen, dass sich die Gesellschaft anfangs als eine Kommunen-Gesellschaft entwickelte, in der Gleichberechtigung und Gemeinschaftseigentum herrschten.

Um 500 v. Chr. begannen sich die sogenannten Kazikengesellschaften zu bilden, die allmählich ein Handelssystem aufbauten und auch die ersten Territoriums-Ansprüche begründeten. Aus dieser Zeit stammen Funde von Dörfern mit Brunnen, Öfen und Grundmauern. Die Manufaktur dieser Epoche schließt Arbeiten mit Jade und anderen Steinen ein.

Die Gesellschaft veränderte sich langsam von einer Kommunengesellschaft, basierend auf Familienzusammengehörigkeit, zu einer strukturierten Klassengesellschaft, mit politischen und religiösen Ämtern und differenzierten Aufgaben, wie z.B. Agrikultur, Bau und Handel. Die Kazikengesellschaft wird bis circa 1550 gerechnet, es gibt jedoch auch heute noch Stämme die durch einen Kaziken vertreten werden.

Entdeckung der reichen Küste

Nachdem Christoph Columbus auf seiner vierten Entdeckungsreise im Oktober 1502 die karibische Küste des heutigen Costa Ricas angelaufen hatte, begannen erst im Jahre 1522 von Panamá ausgehend die ersten spanischen Siedlungsexpeditionen und folgten der Pazifikküste. Die Inkursionen erschütterten die indianische Siedlungsbasis, ohne zunächst zu einer systematischen Kolonisierung zu führen, die erst ab ca. 1563 mit der Besiedlung des Hochlandes und der damit verbundenen Gründung der ersten Hauptstadt Cartago einsetzte. Da sich das Land entgegen den ersten Erwartungen als außerordentlich rohstoffarm erwies, waren während der Kolonialzeit kaum Anreize für eine verstärkte Zuwanderung gegeben, so dass die Bevölkerung lange Zeit bei etwa 20.000 Einwohnern stagnierte.

Während die landwirtschaftliche Basis subsistenzorientiert blieb, führte die Suche nach einem international vermarktungsfähigen Exportprodukt zum Ausbau der einheimischen Kakao- und Tabakkulturen.

Raubzüge

Regelmäßige Raubzüge der karibischen Piratenflotte auf die Pflanzungen im atlantischen Tiefland während des 17. und 18. Jhds. störten jedoch die Marktkontakte zu Europa, verhinderten einen frühen Wirtschaftsaufschwung auf der Grundlage tragfähiger Exportkulturen und trugen zur Verlagerung des Wirtschaftsschwerpunktes in die pazifische Landeshälfte bei. Relativ spät - kurz vor der Unabhängigkeit (1821) und um die Mitte des 19. Jhds. - verstärkte sich die Ansiedlung vorwiegend bäuerlicher, größtenteils aus Nordspanien stammender Siedlergruppen.

Der besondere Charakter der Einwanderung hat das Entstehen einer vergleichsweise homogenen Struktur landwirtschaftlichen Kleinbesitzes begünstigt, die Costa Rica von den mittelamerikanischen Nachbarländern unterscheidet. Der durch die extremen Gegensätze zwischen Latifundium und Minifundium gekennzeichnete soziale Dualismus wurde dem Land dadurch weitgehend erspart.

Unabhängigkeit Costa Ricas

Am 15. September 1821 erhielt Costa Rica die Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Spanien. Die Geschichte Costa Ricas ist für mittelamerikanische Verhältnisse eine Erfolgsgeschichte. Seit dem späten 19. Jahrhundert gab es nur zwei kurze Perioden der Gewalt, die die Demokratisierung des Landes beeinträchtigten.

In der Nationalkampagne von 1856/57, die gegen den US-amerikanischen Filibuster William Walker gerichtet war, kamen durch das Einschleppen der Cholera aus dem Kriegsgebiet Nicaragua nach der Zweiten Schlacht von Rivas angeblich bis zu 10 % der Bevölkerung ums Leben. Zum Andenken an die Vertreibung Walkers wurde am 15. September 1895 das Nationalmonument von Costa Rica eingeweiht, das sich im Stadtzentrum von San José befindet.

Von 1917 bis 1919 übte Federico Alberto Tinoco Granados eine Militärdiktatur aus, die jedoch von den Vereinigten Staaten nicht als legitime Regierung anerkannt wurde, aber die Unterstützung der in Costa Rica einflussreichen United Fruit Company besaß. Letztlich sah sich Tinoco gezwungen, ins Exil nach Frankreich zu gehen.

Im Februar/März 1921 eskalierte ein seit langem andauernender Grenzkonflikt mit Panama im so genannten Guerra de Coto, in dem costa-ricanische Truppen die Grenze überschritten. Daraufhin wurden panamische Polizisten - die Republik Panama besaß zu diesem Zeitpunkt keine Streitkräfte - gegen die Invasoren eingesetzt. Nach einigen Scharmützeln wurde der Konflikt durch das Erscheinen des amerikanischen Schlachtschiff USS Pennsylvania im Rahmen der Kanonenbootpolitik beendet und der Status quo ante wiederhergestellt.

Von 1936 bis 1940 amtierte in Costa Rica der autoritäre Präsident León Cortés, dem Sympathien für den Nationalsozialismus nachgesagt wurden. Umstritten ist dabei insbesondere die Rolle des deutschen Einwanderers Max Effinger, der unter Cortés das Amt des Direktors für öffentliche Arbeiten ausübte. Unter seinem Nachfolger, Rafael Calderón Guardia, vollzog das Land einen außenpolitischen Kurswechsel und orientierte sich nun stärker an den USA. Im Dezember 1941, nach dem Angriff auf Pearl Harbor, trat Costa Rica als erstes zentralamerikanisches Land in den Zweiten Weltkrieg ein. Deutsche, italienische und japanische Staatsbürger wurden nun überwacht und ihr Vermögen unter staatliche Kontrolle gestellt.

Von direkten Kriegshandlungen blieb Costa Rica praktisch verschont. Die einzige Ausnahme bildete die Versenkung des panamaischen Frachters San Pablo am 3. Juli 1942 vor dem Hafen von Puerto Limón durch das deutsche U-Boot U 161. Die Versenkung löste in Costa Rica Empörung aus und führte zu Krawallen, die vorzugsweise gegen die Geschäfte von italienischen und deutschen Residenten bzw. Einwanderern gerichtet waren.

Bürgerkrieg

Der sechswöchige Bürgerkrieg von 1948 bedeutete einen nachhaltigen Einschnitt in der politischen Geschichte des Landes. Im Zusammenhang einer moderatn Umformung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse und der Einbeziehung neuer sozialer Schichten in das politische System gelang es, die historisch gewachsenen demokratischen Strukturen in der II. Republik (ab 1949) auszubauen und zu festigen. Den personalistisch geprägten liberalen Gruppierungen, die bis dato die politische Landschaft dominiert hatten, trat im Partido Liberación Nacional (PLN) ein sozialdemokratisch orientiert Programmpartei mit festen Organisationsstrukturen gegenüber. Dank seiner breiten sozialen Basis einerseits und der organisatorischen Fragmentierung des liberal-konservativen Lagers andererseits prägte der PLN für die folgenden Jahrzehnte weitgehend die gesellschaftliche und politische Entwicklung Costa Ricas wenngleich verschiedene bürgerliche Gruppierungen wiederholt Präsidentschaftswahlen gewinnen konnten.

Politische Entwicklung

Die politische Enwicklung des 19. Jahrhunderts war durch den Zerfall der zentralamerikanischen Föderation (Austritt C.R.s 1836) und durch eine Abfolge personalistischer Diktaturen und außenpolitischer Konflikte gekennzeichnet. Costa Rica mußte sich gegen die Annexion der Grenzprovinz Guanacaste durch Nicaragua (1836) verteidigen und war entscheidend beteiligt an dem Krieg von 1853-57, der zur Niederlage der Truppen des nordamerikanischen Abenteurers William Walker, der Costa Rica erobern wollte, führte. Im Verlauf des Kaffee-Booms war - durch zunehmende Wohlstandskonzentration in Cartago und San José - in diesen Städten eine "Kaffeearistokratie" entstanden, die bis 1870 die politische Führungsschicht stellte. Unter der Diktatur des liberalen Tomás Guardia (1870-82) wurde die Machtbasis dieser Familienzirkel und caudillos nachhaltig erschüttert. Während eine neue Generation der gebildeten Mittelschicht in Schlüsselpositionen der staatlichen Verwaltung nachrückte, wurde unter der Präsidentschaft von Bernardo Soto (1886-90) das öffentliche kostenlose Schulwesen eingeführt, und es entwickelte sich eine unabhängige kritische Presseöffentlichkeit.

Zwischen 1902 und 1914 brachten drei entscheidende Amtsperioden (Ascensión Esquivel, Cleto González und Ricardo Jiménez) grundlegende Reformen des Finanzwesens und Erweiterungen der Infrastruktur und trugen dazu bei, die verfassungsmäßige Ordnung zu konsolidieren, die seither nur noch zweimal durchbrochen wurde (Putsch von General Tinoco 1917/18 und Bürgerkrieg von 1948 im Anschluss an eine Fälschung der Wahlergebnisse). Bis zum Jahr 1994 gingen von 46 Staatspräsidenten (darunter nur drei Militärs) 18 aus freien kompetitiven Wahlen hervor, darunter alle Präsidenten seit 1949; 19 gelangten durch Wahlen ohne gewichtige Gegenkandidaten und neun durch Staatsstreich an die Macht - in der Mehrzahl während der Jahre politischer Instabilität nach der Unabhängigkeit.

Das vor allem von PLN-Regierungen vorangetriebene Entwicklungsmodell importsubstituierender Industrialisierung bildete die Grundlage eines bis Ende der 70er Jahre dynamischen Wirtschaftswachstums, an dem dank der aktiven wirtschafts- und sozialpolitischen Steuerung von seiten des Staates breite Bevölkerungsschichten partizipierten.

Wirtschaftskrise

Die ökonomische Krise der 80er Jahre erzwang eine Änderung dieses Entwicklungsmodells und formte auch die politische Landschaft erneut um, in deren Zentrum neben dem PLN nun eine etwa gleich starke, organisatorisch gefestigte bürgerliche Partei steht, die Partido Unidad Social Cristiana, PUSC. Die politische Stabilität der ältesten Demokratie Zentralamerikas geriet durch die wirtschaftliche Krise jedoch nicht ernsthaft in Gefahr, und auch den Sogwirkungen der politischen Konflikte in und zwischen den Nachbarländern konnte sich Costa Rica nicht zuletzt dank einer aktiven, neutralen und unbewaffneten Außenpolitik weitgehend entziehen.

Ab Mitte der 80er Jahre spielte das Land eine führende Rolle bei den regionalen Bemühungen um eine Lösung des Zentralamerika-Konfliktes, und Präsident Oscar Arias Sanchez (1986-90) erhielt für seine diesbezüglichen Verdienste 1987 den Friedensnobelpreis. Gegen führende Politiker von PLN und PUSC wurden 2003 und 2004 Untersuchungen wegen Korruption eingeleitet. Am 28.05. 2004 unterzeichnete Costa Rica das 2003 ausgehandelte Zentralamerikanische Freihandelsabkommen (CAFTA) zwischen den zentralamerikanischen Staaten und den USA; es wurde im Oktober 2007 in einem Referendum bestätigt. Der Sozialdemokrat und Friedensnobelpreisträger Oscar Arias Sánchez (PLN), der bereits 1986–90 Präsident gewesen war, gewann die Wahlen im Februar 2006 mit knappem Vorsprung (Amtsantritt: 8. 5. 2006, Amtsende: 8. Mai 2010).

Neutralität

1983 verkündete Präsident Luis Alberto Monge angesichts der Verschärfung der Bürgerkriege in Nicaragua die unbewaffnete Neutralität seines Landes.

Bei den Wahlen von 1986 gewann der Soziologe und Wirtschaftsanwalt Óscar Arias Sánchez. Arias versuchte die Contras aus Costa Rica zu verdrängen und die offizielle Neutralitätserklärung seines Landes von 1983 in die Tat umzusetzen. 1987 gelang ihm der Verhandlungsdurchbruch und die Unterzeichnung eines Friedensplanes durch die fünf mittelamerikanischen Länder. Er erhielt dafür den Friedensnobelpreis von 1987.

Im Februar 1990 gewann Rafael Angel Calderón Fournier, der Kandidat der Christlich-Sozialen Einheitspartei (PUSC) (PUSC) mit 51 % der Stimmen die Wahl. Genau 50 Jahre nach seinem Vater wurde er in sein Amt eingesetzt. Unter dem Druck der Weltbank und des International Monetary Fund, initiierte Calderón einen harten Sparkurs. Costa Rica wurde gelegentlich die „Schweiz Mittelamerikas“ genannt, weniger wegen der Landschaft, als wegen des Wohlstands und der Neutralität.

Im März 2006 wurde Óscar Arias Sánchez, wie schon 1986 (bis 1990) zum Präsidenten gewählt. Er ist bereits seit seiner Studienzeit Mitglied der Partei der Nationalen Befreiung (PLN), 1981-83 ihr Generalsekretär. Der Friedensnobelpreisträger vermittelte 2009 nach dem Putsch in Honduras.

Freihandelsabkommen mit den USA (2007) und Wirtschaftskrise

Am 7. Oktober 2007 fand in Costa Rica eine Volksabstimmung über ein Freihandelsabkommen mit den USA, Zentralamerika und der Dominikanischen Republik statt, den Tratado de Libre Comercio con los Estados Unidos, Centroamérica y República Dominicana, der mit 51,6 % der abgegebenen Stimmen angenommen wurde. Die Kampagne für das Abkommen wurde vor allem vom Präsidenten Óscar Arias Sánchez und seiner Partei der Partido Liberación Nacional (PLN) getragen, aber auch von Intellektuellen, Politikern und Wirtschaftsvertretern.

Die Kampagne gegen das Abkommen wurde von der Oppositionspartei Partido Acción Ciudadana (PAC) und deren Vertretern Otton Solis und Jose Miguel Corrales unterstützt. Es bildeten sich aber auch private Initiativen, die unter dem Slogan „¡Mi corazón dice no!“ (Mein Herz sagt nein!) antraten.

Streit um Rechte der Indianer

2008 wurde ohne die gesetzlich vorgeschriebene Einbeziehung der Betroffenen, vor allem der im dortigen Térraba-Tal ansässigen Teribe, das größte Stauseeprojekt Mittelamerikas beschlossen. Mit diesem Projekt, El Diquís, soll ein See von 7400 ha Fläche entstehen, der Strom ist ganz überwiegend für den Export vorgesehen. Den Teribe gehörten noch vor wenigen Jahrzehnten rund 9000 ha Land, doch blieben ihnen nach illegalen Besiedlungen nur noch rund zehn Prozent. Ihre Dörfer sollen zwangsweise umgesiedelt werden, doch wehren sich die Indigenen gegen die Zerstörung ihrer Kultur, die auf der natürlichen Umgebung basiert. Gefährdet sind darüber hinaus 108 archäologische Stätten. Im April 2011 besuchte James Anaya, der UN-Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte und Grundlegenden Freiheiten Indigener Völker, das Térraba-Tal, um sich ein Bild über die Situation zu verschaffen. Nach Gesprächen mit Vertretern der Teribe und dem staatlichen Energiekonzern ICE (Instituto Costarricense de Electricidad), stoppte letzteres vorläufig Baumaßnahmen auf 20 Hektar im indigenen Reservat.

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