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Die Handelsbilanz Costa Ricas ist traditionell negativ.

Obwohl Costa Rica immer noch stark landwirtschaftlich geprägt ist, konnten auch andere Wirtschaftssektoren ausgebaut werden. Wichtigster Devisenbringer des Landes ist inzwischen der Tourismus, der 2009 mit 1,9 Millionen Besuchern 6,6 % des BIP ausmachte. Eine wichtige Rolle nimmt hierbei der Ökotourismus ein. Daneben wurde auch der High-Tech-Sektor ausgebaut; zweitwichtigster Devisenbringer des Landes ist eine Chipfabrik der Firma Intel. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2009 8,8 % (1965 noch 23,5 %) während die Industrie 26 % und die Dienstleistungen 61,1 % zum Bruttoinlandsprodukt beitrugen. Die meisten Industriebetriebe konzentrieren sich auf der zentralen Hochebene um die Hauptstadt San José. Der Bananenanbau in ausgedehnten Plantagen befindet sich traditionell an der Karibikküste um den Hafen Puerto Limón und neuerdings auch an der Pazifikküste um die Hafenstadt Golfito.

Am 7. Oktober 2007 hat Costa Rica in einem Referendum dem Freihandelsvertrag Cafta mit den USA zugestimmt. 51,6 % der Wähler stimmten mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 % von insgesamt 2,6 Millionen Wahlberechtigten. Der costa-ricanische Präsident Óscar Arias Sánchez ging als Sieger aus der Abstimmung hervor. Seine Hoffnungen waren, dass mit dem Freihandelsvertrag die staatlichen Monopole fallen und Investitionen angezogen werden könnten, wodurch Arbeitsstellen geschaffen würden. Dem Referendum waren heftige Kontroversen vorausgegangen. Die Gegner des Freihandels argumentierten, das Land sei nicht gewappnet und noch nicht reif für die Beseitigung der Handelsschranken, da dies zur Folge habe, dass die USA Costa Rica mit Waren überschwemmten, was zu Arbeitsplatzverlusten führte. Die Zustimmung zum Referendum sei auch als Verrat am eigenen Land zu werten, gehe doch die nationale Souveränität dadurch verloren.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Costa Rica Platz 47 von 137 Ländern (Stand 2017-2018). Im Index der Wirtschaftlichen Freiheit belegte Costa Rica 2017 Platz 63 von 180 Ländern.

Wirtschaftsstruktur nach Sektoren

  Landwirtschaft Industrie Dienstleistungen
Anteil am BIP
Stand: 2014
6 % 20,1 % 73,9 %
Anteil an Erwerbstätigkeit
Stand: 2006 (Schätzung)
14 % 22 % 64 %

Costa Rica importierte im Jahr 2014 für 16,4 Mrd. US$ Waren und exportierte gleichzeitig Waren für 11,1 Mrd. US$, hatte also eine negative Handelsbilanz. Wichtigste Importgüter im Jahr 2011 waren Rohstoffe (55 %, vor allem Erdölprodukte), Konsumgüter (19 %) und Investitionsgüter (17 %, vor allem Elektronik). Hauptlieferländer 2014 waren die USA mit 47,4 %, China mit 9,8 %, Mexiko mit 6,6 % und Japan mit 2,7%. Deutschland folgt mit 2,0% auf Rang 7. Die wichtigsten Abnehmerländer für Exporte waren die USA mit 37,3%, die Niederlande mit 6,1% und Panama mit 5,3%. Zu den Exportprodukten gehören vor allem integrierte Schaltungen, elektronische Geräte, Bananen und tropische Früchte.

Das BIP betrug 2016 nominal ca. 58,1 Mrd. US$. Das durchschnittliche BIP/Kopf betrug im Jahre 2016 11.835 US$. Costa Rica ist damit nach Panama das Zweitwohlhabenste Land Mittelamerikas.

Energieversorgung

Die Stromerzeugung Costa Ricas wird fast ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt, während fossile Energien unbedeutend sind. 2016 stammten 98,1 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen, 2015 98,9% und 2014 94 %. Im Jahr 2013 lieferten Wasserkraftwerke ca. 68 % des Stroms, Geothermiekraftwerke knapp 15 % und Windkraftanlagen rund 5 %, zudem wurden in kleinem Umfang auch weitere erneuerbare Energien genutzt. Fossile Energieträger deckten knapp 12 % des Strombedarfs. Durch diese Struktur können erneuerbare Energien Costa Rica immer wieder monatelang alleine mit Strom versorgen. Ziel von Costa Rica ist es, bis 2021 vollständig auf fossile Energien verzichten zu können. Im September 2016 wurde hierzu u. a. mit der Talsperre Reventazón ein neues Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 305 MW in Betrieb genommen, das bei Inbetriebnahme das größte Wasserkraftwerk Mittelamerikas war.

Landwirtschaft

Costa Rica ist der zweitgrößte Bananenexporteur der Welt. In der Produktion von Bananen liegt Costa Rica mit 2,7 Millionen Tonnen jedoch weltweit nur auf dem 7. Platz hinter Indien mit 15,1 Millionen Tonnen, Ecuador mit 7,56 Millionen Tonnen, Brasilien mit 5,5 Millionen Tonnen, China mit 5,2 Millionen Tonnen, Philippinen mit 4,5 Millionen Tonnen und Indonesien mit 3,6 Millionen Tonnen (die Angaben beziehen sich auf die Produktion im Jahr 2001).

Neben Bananen wurde in den letzten Jahren zunehmend die Ananas zu einem wichtigen Exportgut. Auf Kosten der Umwelt und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft erschlossen die wichtigsten internationalen Fruchthersteller, darunter Chiquita, Dole und Del Monte, in den vergangenen Jahrzehnten immer neue Flächen und machten Costa Rica zum weltweit führenden Ananasexporteur. Die über 27.000 im Ananasanbau arbeitenden Menschen haben zumeist keinen gewerkschaftlichen Schutz und arbeiten unter katastrophalen Gesundheitsbedingungen.

Ein weiteres Exportprodukt ist Kaffee, der hauptsächlich im Valle Central angebaut wird. Bis Ende der 1980er Jahre war Kaffee das wichtigste Exportprodukt. Weitere Agrarprodukte, die exportiert werden, sind Papaya, Melonen, Macadamianüsse und Zierpflanzen. Die wirtschaftliche Bedeutung von Rinderzucht und Zuckerrohr nimmt weiterhin ab.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 11,310 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 8,115 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,5 % des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 26,7 Mrd. US-Dollar oder 46 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 7,7 %
  • Bildung: 6,3 % (2009)
  • Militär: 0,6 % (Costa Rica unterhält kein Militär im eigentlichen Sinne.)

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