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In Costa Rica werden jährlich 500 bis 600 Bissunfälle mit Giftschlangen registriert. Die ausgezeichnete medizinische Versorgung und ein wirksames, in Costa Rica hergestelltes, Serum erlauben aber nur 5 bis 10 Fälle, also im Durchschnitt rund 1,5 %, mit tödlichem Ausgang. Die meisten Opfer von Giftschlangenbissen sind Plantagenarbeiter die im Rahmen ihrer Arbeitstätigkeit mit den Tieren in Kontakt kommen. Bissunfälle mit Touristen werden äußerst selten registriert.

Wenn sich Schlangen vom Menschen bedroht fühlen, zeigen sie artspezifisch unterschiedliches Verteidigungsverhalten. Aktive und agile Tiere flüchten in der Regel, während träge Arten auf ihre Tarnung vertrauend oft überhaupt keine sichtbare Reaktion zeigen und still verharren. Fühlen sie sich jedoch weiterhin belästigt so können sie unterschiedliches Drohverhalten zeigen. Einige Arten wie zum Beispiel die Abgottschlange oder Kaiserboa drohen mit geöffnetem Maul und gut hörbarem Pfauchen oder Zischen während andere Arten wie etwa die Klapperschlangen mit dem Schwanz rasseln. Diese Verhaltensformen dienen vor allem dazu den „Feind“ zu warnen nicht näher zu kommen und somit einen weiteren Konflikt zu verhindern. Nur in letzter Konsequenz wird die Schlange versuchen sich durch einen Biss zu verteidigen.

Giftwirkung

Die Gifte der verschiedenen Schlangen bzw. ihre Komponenten lassen sich nach ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrem Ansatzpunkt bzw. ihrer Wirkung im Organismus in verschiedene Gruppen einteilen: (der kursiv geschriebene Text beschreibt direkte Symptome beim Menschen)

  1. Entzündungserscheinungen
    • Schmerzen, Ödeme
  2. Zytotoxisch: Schädigung von Zellen und Gewebe
    • Hämorrhagisch: Schädigung der Blutzellen und -gefäße
      • innere Blutungen, Kreislaufschock, Niereninsuffizienz
    • Zytolyse: Schädigung von Muskel-, Haut- und Bindegewebe
      • starke Schmerzen, Nekrosen, Sehstörungen
    • Myotoxisch: Schädigung von Muskelgewebe
      • Muskelschwäche
    • Cardiotoxisch: Schädigung der Herzzellen
      • Arrhythmie, Herzstillstand
  3. neurotoxisch: Wirkung auf das Nervensystem
    • Lähmung, Krämpfe, Delirien
  4. Hämotoxisch, Wirkung auf die Blutgerinnung (Thrombocyten)
    • Thrombosen
  5. Giftallergie
    • Anaphylaktischer Schock

Diese Erscheinungen werden oft (aber nicht unbedingt) von allgemeinen Symptomen wie Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen und Ähnlichem begleitet.

Art des Giftes

Die Giftzusammensetzung unterscheidet sich in Abhängigkeit vom Vorkommen der Schlange, vor allem zwischen denen, die am Atlantik und denen, die am Pazifik leben. Dennoch gibt es eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Die Gifte bestehen aus einer Mischung von hämorrhagischen Anteilen sowie Anteilen die die Blutgerinnung stört bzw. zum Erlegen bringt. Aber das Gift besitzt eine ganze Reihe weiterer Anteile, die teilweise in ihrer Wirkung und Interaktion nur sehr begrenzt erforscht sind. So beinhalten die quergestreifte Muskulatur zerstörende Proteine, so genannte Proteasen, und sogar Metallionen. Die mittlere Menge an pro Biss injiziertem Gift beträgt rund 450 mg (Trockengewicht des Giftes), wobei der der LD50-Wert von Mäusen bei 3,5 bis 4 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht liegt. Unter dem LD50-Wert versteht man die Menge an Gift, bei der die Hälfte der entsprechenden Anzahl an Mäusen, bezogen auf 1 Kilogramm Körpergewicht der Mäuse, an der Giftwirkung stirbt. Derartige Ergebnisse sind natürlich nur begrenzt auf den Menschen übertragbar. Würde man das Ergebnis dennoch 1:1 auf den Menschen übertragen, so wären, statistisch gesehen, für die Hälfte von vielen 80 Kilogramm schweren Männern zwischen 260 und 320 Milligramm des Giftes tödlich.

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