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Ticopedia:Wie schreibe ich gute Artikel

Aus Ticopedia.de
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Auf dieser Seite findest du einige Ratschläge für guten Schreibstil. Wir bitten dich, sie zu beherzigen. Wenn dein Artikel mal grammatikalisch oder stilistisch überarbeitet wird: Schäme dich nicht, fühle dich nicht angegriffen. Ein Schreibender sieht meist seine eigenen Fehler nicht, und jeder kann schließlich noch etwas hinzulernen.

Grundsätze

Vorarbeiten und Recherche

Um in einem gelungenen Artikel mitzuwirken, schreibe über Themen, von denen du etwas verstehst. Sei selbstkritisch und konzentriere dich auf dein Spezialgebiet. Als Quellen zur Erstellung eines guten Artikels benötigst du Bücher, Zeitschriften oder stichhaltige Webseiten.

Wenn du einen Artikel neu anlegen willst, frage dich als erstes, ob er wirklich in eine Enzyklopädie passt. Die Richtlinien „Was Ticopedia nicht ist“ liefern hierzu Hinweise. Egal wie schön du sie schreibst: Artikel zu Personen, Tieren, Pflanzen oder Organisationen unterhalb der Relevanzschwelle bzw. die nicht das Entfernteste mit Costa Rica zu tun haben oder unter ungeeignetem Lemma erscheinen, riskieren, schnell wieder gelöscht zu werden. Um eventuelle Frustrationen zu vermeiden, ist es deshalb ratsam, vor dem Schreiben zu überprüfen, ob das betreffende Tier, Pflanze oder Organisation die Relevanzkriterien erfüllt.

Vor dem Schreiben sind einige Vorarbeiten wichtig. Zunächst solltest du herausfinden, was zum geplanten Thema an Artikeln in der Ticopedia schon existiert, damit du nicht Artikel anlegst, die es schon gibt. Dabei kann dir die Suchfunktion eine gute Hilfe sein.

Verständlichkeit

Die Ticopedia ist eine spezielle Enzyklopädie um und über Costa Rica und kein Fachbuch und sollte auch für Laien verständlich sein. Wenn das Verständnis eines Themas Spezialwissen erfordert, dann sollte die Einleitung dem Laien ermöglichen, den Artikelgegenstand zumindest einzuordnen.

Fachausdrücke, die nicht allgemein bekannt sind, solltest du möglichst sparsam einsetzen. Lässt sich ein Fachausdruck nicht vermeiden, erkläre oder verlinke ihn. Behandle in diesem Fall die einfacheren Aspekte des Themas möglichst am Anfang und die schwierigeren am Ende des Artikels. Lateinische und fremdsprachliche Bezeichnungen oder Namen, ebenso wie nicht gebräuchliche Fremdwörter sollten kursiv gesetzt werden.

Fachbegriffe, für die es keine allgemein akzeptierte deutsche Übersetzung gibt, versuche nicht zwanghaft einzudeutschen. Im anderen Fall gib den fremdsprachlichen und den deutschsprachigen Fachbegriff an (dann kursiv setzen).

Artikel sollten so allgemeinverständlich wie möglich sein, aber das jeweilige Thema in angemessener Breite und Tiefe darstellen, und den Zugang zum Thema so einfach wie möglich gestalten (besonders in der Definition und Einleitung, da diese im Allgemeinen zuerst gelesen werden).

Richtigkeit

Die Ticopedia ist eine Enzyklopädie und keine Sammlung von Vermutungen; sie dient zur Vermittlung von Wissen. Fachbegriffe sollten Verwendung finden, wenn sie sinntragend für ein Fachgebiet sind und sich Belege dafür finden lassen. Gute Belege stammen aus der Fachliteratur und aus universitären oder schulischen Veröffentlichungen. Allgemein ist – vor allem bei Informationen aus dem Internet – darauf zu achten, dass der Verfasser der Literatur fachkundig ist.

Aufbau eines Artikels

Begriffsdefinition und Einleitung

Begriffsdefinition und Einleitung eröffnen den Artikel und leiten zum ersten Abschnitt über. Sie sollten für sich genommen Lemma und Begriff in seiner Grundbedeutung erklären. Der erste Satz definiert den Gegenstand des Artikels (Lemma). Der Titel des Beitrags wird im ersten Satz in Fettschrift wiederholt. Die Einleitung sollte dem Leser einen kurzen Überblick über das Thema ermöglichen und für sich genommen bereits das Lemma ausreichend erklären.

Der Leser sollte die Einleitung mit einem Blick erfassen können. In ihr sind Hauptsätze besonders wichtig. Kurze, einfache und aussagekräftige Formulierungen sind besser als lange oder geschachtelte Erklärungen. Übersetze fremdsprachige Lemmata, selbst wenn sie bereits in den deutschen Sprachgebrauch übergegangen sind. Verweise stets kurz auf die historische Bedeutung des Begriffs, sofern es sich nicht selbst um ein historisches Thema handelt. Erwähne Superlative (ältester, größter) in der Einleitung nur, wenn sie zur Erklärung des Lemmas maßgeblich beitragen oder sich das Lemma ausdrücklich auf solche Besonderheiten stützt. Andere Superlative gehören an passende Stellen im Fließtext.

Überschriften und Absätze

Nach der Einleitung beginnt der Hauptteil des Artikels, der ab hier mit Überschriften gegliedert werden kann. Die erste Überschrift sollte den wichtigsten Teil der Erklärung oder geschichtliche Aspekte enthalten. Ab drei Überschriften wird automatisch ein Inhaltsverzeichnis angelegt, das dann im Artikel unmittelbar nach der Einleitung steht. Gliedernde Zwischenüberschriften erhöhen die Lesbarkeit eines Artikels. Hier ist allerdings auf das rechte Maß zu achten: Einzelne Sätze rechtfertigen noch keine eigene Überschrift.

Formuliere Überschriften kurz und prägnant und vermeide Wiederholungen; ganze Sätze, besonders Frage- oder Ausrufesätze als Überschrift untergraben den enzyklopädischen Stil. Überschriften sollten grundsätzlich keine Links oder Einzelnachweise enthalten. Überschriften wie „Interessantes“ widersprechen dem neutralen Standpunkt, wie er in der Ticopedia gewünscht, ja sogar gefordert ist. „Weiteres“ oder „Weitere Informationen“ wären da beispielsweise bessere Alternativen.

Absätze gliedern die Gedanken innerhalb eines Textes. Wenn du einen neuen Satz beginnst, der einen ganz neuen Gedanken einbringt, den alten aber nicht weiterführt, dann musst du davor einen Absatz einfügen. Falls du aber den Gedanken des letzten Satzes weiterführst, ihn vielleicht ausbaust oder verschärfst, dann darf vor diesem Satz kein Absatz stehen.

Länge eines Artikels

Der Artikel sollte eine dem Thema angemessene Länge haben und nicht zu detailliert sein. Gegebenenfalls lassen sich Teile des Artikels in weiterführende Artikel auslagern. In diesem Fall sollte eine nicht zu knappe Zusammenfassung des ausgelagerten Textes an seine Stelle treten.


Links

Interne Links, also die Verbindung zu einem anderen Ticopedia-Artikel, sollen in erster Linie zur Verständlichkeit eines Artikels beitragen und daher nur auf zum Verständnis des Themas wichtige Artikel verweisen.

Führe unter einem Abschnitt „Weblinks“ eine kleine, sorgfältig zusammengestellte Auswahl externer Links auf, die – wie die Literaturhinweise – weiterführende Informationen bieten. In den Text selbst gehören keine externen Links.

Im Abschnitt „Siehe auch“ aufgeführte Links sollten stattdessen vorzugsweise im Fließtext des Artikels genannt werden.


Literaturhinweise und Belege

Zu einem guten Artikel gehören auch weiterführende Literaturhinweise, die auf einem möglichst aktuellen Stand zu halten sind. Hierfür sind vollständige Literaturangaben notwendig, mit Erscheinungsort, Erscheinungsjahr etc. Die Angabe der ISBN ist zusätzlich hilfreich. Verweise auf wenige Standardwerke oder jüngere Publikationen der Forschung reichen aus, eine komplette Bibliographie wird nicht angestrebt. Längere Literaturlisten sollten kommentiert werden, um dem Leser die Orientierung zu erleichtern.

Für eine Enzyklopädie ist es wichtig, dass die Angaben in den Artikeln überprüfbar sind. Was bei gedruckten Enzyklopädien durch ein verantwortliches Lektorat geschieht, muss in der Ticopedia dadurch erfolgen, dass Angaben nachgewiesen werden und überprüfbar sind. Fußnoten beinhalten Einzelnachweise. Insbesondere bei kontroversen Themen ist es geboten, wichtige oder umstrittene Aussagen mit einer Herkunftsangabe zu belegen.


Illustrationen

Die Bebilderung eines Artikels in der Ticopedia sollte immer dem besseren Verständnis des Textes dienen, nie allein der Zierde. Passende Illustrationen lockern einen Text auf. Ein Kriterium für angemessene Bebilderung ist: Kannst du dich im Text auf das Bild beziehen und etwas Sinnvolles dazu schreiben?

Achte darauf, deine Illustrationen mit einer guten Beschreibung zu versehen. Für alle verwendeten Bilder sollte bezüglich ihrer Lizenz Klarheit herrschen: Sie sollten unter einer freien Lizenz stehen oder gemeinfrei sein. Gerade bei geografischen und historischen Themen ist es sinnvoll, Landkarten einzusetzen. So weiß der Leser sehr schnell, wo ein bestimmter Fluss ist, oder wo das wichtige Ereignis stattfand.


Stil

Schreibe in ganzen Sätzen

Voraussetzung eines guten Ticopedia-Artikels sind ganze Sätze. Die Sätze sollten möglichst kurz sein. Wichtig ist vor allem, dass sie eine Aussage enthalten. Aufpassen heißt es hier besonders bei den Verben „sein“ und „haben“ – solche statischen Informationen lassen sich meist in den vorhergehenden oder anschließenden Satz integrieren. „Sie studierte in Heidelberg Theologie. Ihre Lehrer waren X und Y.“ lässt sich bequem umformen in ein eleganteres „Sie studierte bei X und Y in Heidelberg Theologie.“

Verschachtelte Satzkonstruktionen mindern die Verständlichkeit und lassen sich häufig vermeiden: Schreibe nicht „Müller-Demasch nahm an der internationalen Seerechtskonferenz von 1909, bei der er ein stark beachtetes Referat über die Eigentumsverhältnisse an Eisbergen hielt, teil.“ Sondern schreibe: „… nahm an der internationalen Seerechtskonferenz von 1909 teil, bei der er …“ Oder noch besser: „… nahm an der internationalen Seerechtskonferenz von 1909 teil. Er hielt dabei …“

Zur Sache: Konzentration auf das Wesentliche

Das obige Beispiel lässt sich leicht fortführen: Die „Teilnahme“ Müller-Demaschs kann man voraussetzen, wenn er dort ein Referat hielt, also: „… hielt 1909 auf der internationalen Seerechtskonferenz ein Referat …“ und wenn man die Kernbotschaft des Referats kennt, dann sollte die im Vordergrund stehen, also etwa: „… forderte (behauptete, kritisierte …) 1909 auf der internationalen Seerechtskonferenz …“ reicht völlig!


Hauptsachen in Hauptsätze

Ein Satz sollte nicht zu viele verschiedene Themen berühren, und einem wichtigen Ereignis solltest Du einen eigenen Hauptsatz gönnen. Der Wikipedia-Leser sollte nicht mit zuvielen Informationen in einem Satz konfrontiert werden.

Ein Beispiel für einen überladenen Satz: Prof. Hackenbruch reiste 1888 zur Erforschung des dort vom Aussterben bedrohten Rauschnabelalbatros nach Madagaskar, wo er 1889 starb.

Vermeide Passagen in Klammern oder Anführungszeichen.

Verben nach vorne

Wer seine Leser erreichen will, der stellt das Prädikat so weit nach vorne wie möglich. Mit günstiger Satzstellung lassen sich auch lange Sätze verständlich fassen. Folgender Satz macht es dem Leser unnötig schwer:

„Beim Speichern deines Beitrags werden die Tilden durch deinen Namen und die Zeit, zu der du deinen Beitrag abgeschickt hast, ersetzt.“ Bedeutend angenehmer zu lesen und zugleich verständlicher wird derselbe Satz in folgender Stellung:

„Beim Speichern deines Beitrags ersetzt die Wiki-Software die Tilden durch deinen Namen und den Zeitpunkt, zu dem du deinen Beitrag abgeschickt hast.“ Der erste Satz verlangt selbst von einem geübten Leser einige Überlegung. Der Idealfall ist: Die Ticopedia-Autoren geben sich Mühe, damit die Leser es leicht haben.

Verwende lebendige Verben

„Das Verbum ist das Rückgrat des Satzes. Wenn man die Handlung in ein Hauptwort zwingt und ein farbloses Zeitwort anleimt, so bricht man dem Satz das Rückgrat.“

– Ludwig Reiners

Substantivierte Verben wirken spröde und oft ungenau (Nominalstil). Wenn die Texte gespickt sind mit „erfolgt“ und „durchgeführt“, dann „ung-en“ sie ganz bestimmt auch. So wie hier: „Die Durchführung der Aufführung des Stückes erfolgte durch die Schüler.“ Viel besser: „Die Schüler führten das Stück auf.“ Schau dir nach dem Schreiben die Verben an, die du verwendet hast: Findest du dort nur „haben“, „sein“, „erfolgen“ und ähnliche blasse Verben, geh den Text noch einmal durch. Versuche dabei, den Schatz an Verben, den die deutsche Sprache bietet, auszuschöpfen („sein“ in „sich befinden“ und „können“ in „in der Lage sein“ umwandeln gilt nicht!).

Vermeide den übermäßigen Gebrauch des Passivs. Das Passiv dient dazu, den Gegenstand der Handlung gegenüber einem weniger wichtigen oder unbekannten Handelnden hervorzuheben: „Das Bild wurde 1990 gestohlen und blieb seither verschwunden.“ Wo hingegen keine solche Hervorhebung beabsichtigt ist, empfiehlt sich meist der Gebrauch des Aktivs. Anstatt: „Die Ampel wurde vom Autofahrer übersehen.“ solltest du einfach schreiben: „Der Autofahrer übersah die Ampel.“

Geteilte Zeitwörter wie „schlagen … vor“ oder „kündigen … an“ sind schwer lesbar und bergen die Gefahr von Missverständnissen – besonders in Verbindung mit Schachtelsätzen. Halte deshalb den Bogen dieser Verben kurz und teile Deine Sätze auf! Beispiel: „Die Bürger schlugen Heinrich Müller, dessen Einsatz mehreren Opfern das Leben rettete (deshalb schlugen sie ihn?), für eine Auszeichnung (ach so!) vor“. Besser formuliert ist deshalb: Heinrich Müller rettete vielen Opfern das Leben. Deshalb schlugen die Bürger vor, ihn auszuzeichnen. (Oder: Deshalb schlugen ihn die Bürger für eine Auszeichnung vor.)

Wortwahl

Entferne gegebenenfalls Wörter, die weder dem Sinn etwas hinzufügen (d. h. die man ohne Aussageänderung weglassen kann) noch eine wichtige Funktion bei der Gedankenführung erfüllen. Achte auf eine klare und sachliche, das heißt, einer Enzyklopädie angemessene, Sprache. Der Gebrauch einiger Wörter verletzt gegebenenfalls den Grundsatz des neutralen Standpunkts.

Fremd- und Lehnwörter

Wenn es ein allgemein verwendetes deutsches Wort gibt, soll man keine Fremdwörter benutzen:

kollaborativ: auf Zusammenarbeit beruhend, Mitmach- alludieren: anspielen (auf)

Ansonsten sind Fremdwörter, die wenig gebräuchlich sind, sowie lateinische und fremdsprachige Namen und Bezeichungen kursiv zu setzen.

Sachlicher Schreibstil

Die Sprache in der Ticopedia sollte sachlich und unaufdringlich sein. Eine Abweichung davon – ein zu flapsiger oder aber ein zu „geschwurbelter“ Stil – stört den Lesefluss und verletzt oftmals auch den Grundsatz des neutralen Standpunkts.

Kraftausdrücke und Slang sind daher fehl am Platze. Unnötig sind ferner Verstärkungen wie „extrem“, „ständig“, „total“, „fanatisch“ usw. In den meisten Fällen können sie ohne Bedeutungsverlust weggelassen werden, oder man kann sie leicht umformulieren und das Gemeinte treffender ausdrücken.

Ein Enzyklopädie-Artikel ist aber auch kein Vortrag. Unangebracht sind daher Formulierungen wie „Bleibt zu erwähnen, dass …“, „… kann nicht behauptet werden“, „… ist zu betonen, dass …“ oder „… ist definitiv falsch.“

Statt „welcher“, „welche“ oder „welches“ in Relativsätzen benutze möglichst „der“, „die“ oder „das“. Auch wenn Du „dieser“, „diese“ oder „dieses“ schreibst (oder liest), probiere stattdessen „der“, „die“ oder „das“ aus. Die kürzeren Worte klingen vielleicht weniger gelehrt, aber der Text wird insgesamt flüssiger und angenehmer zu lesen.


Standardsprache statt Umgangssprache

Die Sprache der Artikels soll nicht in umgangssprachlichem Stil verfasst sein, sondern in Schriftsprache. Stolperfallen sind, z. B.

Dativform der Umgangssprache: Die stilistisch korrekte, gehobene Form wegen des Gewitters ist besser als die lockere alltagssprachliche Formulierung wegen dem Gewitter. Dialektausdrücke und Bezeichnungen, die nur in einem relativ kleinen Gebiet vorkommen: Anstelle von Rundstück schreibt man besser Brötchen, Wels ist der regionalen Bezeichnung Waller vorzuziehen, der Plural von Wagen in der Hochsprache ist Wagen, nicht Wägen.

Stilblüten und andere Stilfehler

Die Sprachkritik warnt nicht nur vor grammatikalischen, sondern auch vor stilistischen Fehlern, da sie schlecht für die Verständlichkeit des Textes sind. Häufige Stilfehler sind:

Stilblüten im Sinne einer falsch verwendeten Redewendung: am eigenen Zweig sägen. Euphemismen: Er ist im Krieg geblieben statt Er ist im Krieg umgekommen. Eher schon eine unbeabsichtigte Stilblüte ist folgende positive Darstellung eines negativen Sachverhalts: Der Angeklagte zeichnete sich durch seine Brutalität und Hinterhältigkeit aus. Pleonasmen (Überfülle im Ausdruck): optimal kann nicht mehr gesteigert werden, daher ist am optimalsten schlechtes Deutsch; eine Synagoge ist immer ein jüdisches Gotteshaus, daher schreibe man nicht jüdische Synagoge. Übertrieben ist auch: Aber der andere Bericht konzentriert sich hingegen auf den eigentlichen Hintergrund, denn sowohl aber als auch hingegen bezieht sich in der gleichen Weise auf den vorherigen Satz. Die Ticopedia ist kein literarisches Werk im schöngeistigen Sinne, daher wären absichtsvoll verwendete Stilfiguren wie Oxymora oder Symploken fehl am Platze.

Zeitangaben

Vermeide indexikalische Ausdrücke wie „im vorigen Jahr“, „letzte Woche“, „vor kurzem“, „derzeit“. Sie sind vom konkreten Erzählzeitpunkt abhängig, also von dem Moment, in dem der Benutzer den Artikel geschrieben hat. Gib also ein möglichst klares absolutes Datum an oder stelle einen Bezug zu anderen absoluten Daten im Text her. (Siehe auch Datumskonventionen.) Schreibe also nicht: „Vor hundert Jahren war das Automobil nur ein Hobby reicher Leute“, sondern: „Um 1900 war…“ Beziehst du dich auf einen vor mehreren Absätzen erwähnten Zeitpunkt, gib später am Besten (auch) ein konkretes Datum an: „Sie ging 1980 zur Philharmonie. … Fünf Jahre später, 1985, war sie bereits weltberühmt.“

Füge einen Zeitpunkt hinzu, wenn Sachverhalte sich voraussichtlich ändern werden. Politiker sind nur ein paar Jahre im Amt, schreibe also: „Bürgermeister ist seit 2005 Franz Meier“, oder: „Bürgermeister ist Franz Meier (Stand 2005)“, oder: „Bürgermeister Franz Meier amtiert für die Wahlperiode 2005–2010.“ Sonst stimmt die Angabe nach der nächsten Wahl vielleicht nicht mehr.

Je nach Thema sind in der Ticopedia das Präteritum (Vergangenheitsform) oder das Präsens (Gegenwartsform) angebracht. Wenn du dich für eine Zeitform entschieden hast, wechsle nicht unbegründet.

Für historische Sachverhalte verwendet man die Vergangenheitsform. Das „historische Präsens“ hingegen, also die Gegenwartsform bei vergangenen Ereignissen, ist nur für journalistische und literarische Texte geeignet, nicht für eine Enzyklopädie. Schreibe also nicht: „1965 geht er nach Paris“, sondern: „1965 ging er nach Paris“.

Abkürzungen und Kurzform

Der Artikelname ist normalerweise keine Abkürzung, sondern der voll ausgeschriebene Ausdruck. Auch am Artikelanfang sollte der volle Ausdruck stehen. Sollte es eine offizielle oder eingebürgerte Abkürzung geben, nenne sie direkt danach in Klammern. Danach musst du entscheiden, ob der volle Ausdruck oder die Abkürzung bekannter ist. Bei sehr langen Ausdrücken ist die Abkürzung vorzuziehen: „NATO“ statt „North Atlantic Treaty Organisation“.

Eine (oft elegantere) Alternative zur Abkürzung kann eine Kurzform sein. Statt „Deutscher Olympischer Sportbund“ kann man im Artikel vom „DOSB“ oder vom „Sportbund“ sprechen. Auch hier gilt: Diese Form sollte leicht verständlich oder eingebürgert sein.

Bedenke ferner, dass es in der Ticopedia nicht dringlich ist, Zeichen einzusparen. Es lohnt sich daher nicht, ein kurzes Wort wie „Sportverein“ durch SV abzukürzen. Auch gängige Abkürzungen sind oftmals in der ausgeschriebenen Form besser lesbar. Schreibe daher „zum Beispiel“ oder „beispielsweise“ statt „z. B.“, schreibe im Fließtext „zehn Meter“ und nicht „10 m“.


Zurückhaltung bei Listen

Eine Enzyklopädie dient nicht dazu, Daten und Fakten aufzuzählen, sondern Wissen zu vermitteln und Zusammenhänge zu erläutern. Insbesondere bei Ereignissen oder der Geschichte eines Artikelgegenstandes ist das Wesentliche, was wann passierte – nicht umgekehrt. Im Regelfall ist dafür Fließtext die richtige Wahl. Listen sind insbesondere dann sinnvoll, wenn durch Verlinkungen Artikel erschlossen werden. Reine Datenauflistungen sind nicht erwünscht. Tabellen können gelegentlich eine sinnvolle Ergänzung eines Artikels sein, mehr aber auch nicht.


Typografie

Die Grundregel der Typografie ist der Verzicht: Sei sparsam mit Auszeichnungen! Ein Artikel, in dem jedes zweite Wort kursiv oder fett ist, wirkt unruhig und liest sich schlecht. In der Regel sollte nur das Stichwort fett ausgezeichnet werden; eventuell gibt es z. B. für einen Herrschernamen mehrere Formen, die fett erscheinen können, sofern der Herrscher das Lemma ist.

Wenig gebräuchliche oder noch in der Originalsprache verwendete Fremdwörter sollten kursiv gesetzt werden, ebenso Zeitschriftentitel. Man sollte sich darum bemühen, dass wenigstens innerhalb eines Artikels Einheitlichkeit herrscht.

Pro Wort bzw. Ausdruck reicht eine einzige Art der Auszeichnung aus, also entweder Anführungszeichen, Fett oder Kursiv.

Ein häufiger Fehler ist das „Plenken“. Vor dem Satzzeichen darf nach den Regeln der deutschen Zeichensetzung kein Leerzeichen stehen. Korrekte Anführungszeichen hingegen erfordern zwar den einen oder anderen Klick mehr, sehen aber schlicht schöner aus.



Und jetzt "Viel Spaß beim Schreiben!"