Spinnentiere

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Spinnentiere
Rotbeinvogelspinne.jpg

Spinnentiere (Arachnida)

Reich: Tiere (Animalia)
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung:
Familie:
Unterfamilie:
Gattung:
Art: (Foto) Rotbein-Vogelspinne
Wissenschaftlicher Name

Arachnida

Gefährdungsstufe

Gefahrdung .png
IUCN

Die Spinnentiere (Arachnida) sind eine Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda). Zu den Spinnentieren gehören die klassischen Spinnen, aber auch Weberknechte, Skorpione und Milben. In Costa Rica gibt es eine reiche Anzahl verschiedenster Spinnenarten. Spinnen gibt es weltweit etwa 20.000 Arten.

Spinnentiere werden häufig (fälschlich) zu den Insekten gezählt, von denen sie sich aber deutlich unterscheiden. Hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:


Spinnentiere

  • Körper zweiteilig (Kopfbrust, Hinterleib)
  • 4 Paar Beine
  • Punktaugen
  • 2 Paar Mundgliedmaßen
  • ohne Flügel
  • ohne Fühler (Antennen)

Insekten

  • Körper dreiteilig (Kopf, Brust, Hinterleib)
  • 3 Paar Beine
  • Komplexaugen
  • 3 Paar Mundgliedmaßen
  • mit Flügel
  • mit Fühler (Antennen)


Spinnen-Aberglauben

Grüne Krabbenspinne

Teilweise herrschen noch heute übertriebene, hysterische Ängste, ja sogar Phobien gegenüber Spinnen. Basieren diese doch oft auf Aberglauben, der schon im Mittelalter weit verbreitet war. Die Menschen der damaligen Zeit nutzten die Tiere als Orakel, so wurden auch anhand ihres Netzbause Vorzeichen für die Zukunft und schlechte Omen gedeutet. Auch die Giftigkeit der Spinenn wurde weit überschätzt: Man ging damals davonaus, dass bereits die Berührung der Tiere den Tod mit sich brachte. Historische Darstellungen und Geschichten von der schwarzen Spinne spiegelten die Spinne als Satanstier wider; Spinnen standen für Verderben. Andererseits galten Spinnen bei Bauern auch als Glücksbringer und getrocknete und gemahlene Spinenn wurden in der Heilkunde verwendet. Besonders in Südostasien und Afrika (Indonesien, Kamerun) gelten große Spinnen oft als gutes Zeichen, und ihre Netze werden manchmal sogar von kleinen Zäunen umgeben, um sie zu schützen. Hierzulande werden Spinnen in Haushalten inzwischen auch gar nicht so ungerne gesehene, gilt doch, wo Spinnen sind, ist wenig Ungeziefer. In fernen Ländern kommen Spinnen oftmals auch fritiert, gebacken oder gebraten als Delikatessen auf den Tisch, denn ihre chitinhaltigen Schalen gelten als sehr nahrhaft, außerdem enthalten die Tiere viel Protein. Moderne Darstellungen, beispielsweise in den Büchern von J.R.R. Tolkien (und somit auch in den Filmen "Herr der Ringe" von Peter Jackson), spielen Spinnen ebenfalls eine große Rolle. Da sie zumeist das Böse verkörpern tragen diese dann eher zur weiteren Verbreitung des Aberglaubens bei.


"Vegetarische“ Spinne im Regenwald Costa Ricas heinmisch

Die erste weltweit bekannt gewordene „vegetarische“ Spinne lebt laut einer Meldung vom 29. Okrober 2009 im costaricanischen Regenwald. Das enthüllte eine von nordamerikanischen Biologen der Universität Villanova und der Universität Brandeis durchgeführte Studie, die kürzlich in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde. Den Wissenschaftlern Christopher Meehan und Eric Olson zufolge handelt es sich um eine ungewöhnliche Springspinne, die sich ausschließlich von den Blättern eines wilden Busches ernährt. Von den bis heute wissenschaftlich beschriebenen 40.000 Spinnenarten ernähren sich 39.999 von Insekten, die kleiner als sie selbst sind und nicht von Pflanzen. Die neue Art mit dem Namen Bagheera kiplingi ist rötlich gefärbt und weniger als fünf Zentimeter lang. Laut der Forscher lebt diese Art hier, in Mexiko und auch in Südamerika und sie ernährt sich besonders von den Blättern sogenannter „Akazien“, speziell jenen, in deren Nähe auch Ameisen leben. Die Spinnen rauben den Ameisen, die die Pflanze gegen Invasoren schützen, ihre Nahrung. Aber es gibt noch mehr Besonderheiten dieser „vegetarischen“ Spinnenart: zum Beispiel, dass sie keine Insekten jagt und auch kein Netz weben muss, um ihre Beutetiere zu fangen. Dies erlaubt ihr, alle Energie für den Bau eines Nistplatzes für ihre Familie zu verwenden, Nester, wo die Mütter ihren Spinnennachwuchs aufziehen. Hinzu kommt, dass die Wissenschaftler bei dieser Art nachweisen konnten, dass die Weibchen auf die Gewohnheit verzichten, ihre sexuellen Partner sofort nach der Paarung aufzufressen.

Weblinks


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Literaturempfehlungen zu Spinnentieren
  • Peter Ax: Das System der Metazoa. Ein Lehrbuch der phylogenetischen Systematik. Bd 2. Gustav Fischer, Stuttgart 2001. ISBN 3-8274-1179-3
  • Heiko Bellmann: Spinnen, beobachten – bestimmen. Naturbuch, Augsburg 1992. ISBN 3-894-40064-1
  • Richard C. Brusca, G. J. Brusca: Invertebrates. Kap. 19. Sinauer, Sunderland Mass 1990, S. 661 (2.Aufl.). ISBN 0-87893-097-3
  • Rainer F. Foelix: Biologie der Spinnen. Thieme, Stuttgart 1992. ISBN 3-13-575802-8
  • Dick Jones: Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1996. ISBN 3-440-06141-8
  • Ernst Kullmann, Horst Stern: Leben am seidenen Faden. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1981, 1996. ISBN 3-570-00597-6
  • Peter Klaas: Vogelspinnen im Terrarium. Lebensweise, Haltung und Zucht. Ulmer, 2003. ISBN 3-8001-7933-4
  • Gerhard Neuweiler, G. Heldmaier: Vergleichende Tierphysiologie. Bd 1. Neuro- und Sinnesphysiologie. Springer, Berlin 2003, S.164. ISBN 3-540-44283-9
  • Rainar Nitzsche: Spinnen-Spiegelungen in Menschen-Augen. Nitzsche, Kaiserslautern 2004, 2005. ISBN 978-3-930304-65-3
  • Franz Renner: Spinnen ungeheuer - sympathisch. Nitzsche, Kaiserslautern 1990, 2001. ISBN 978-3-980210201
  • Michael J. Roberts: Field Guide. Spiders of Britain and Northern Europe. Harper Collins, London 1995. ISBN 0-00-219981-5
  • Edward E. Ruppert, R. S. Fox, R. P. Barnes: Invertebrate Zoology - A functional evolutionary approach. Kap. 18. Brooks/Cole, Southbank 2004, S.571 (7.Aufl.). ISBN 0-03-025982-7
  • Günter Schmidt: Giftige und gefährliche Spinnentiere. Westarp Wissenschaften, 2000. ISBN 3-89432-405-8
  • Boris F. Striffler: Die Martinique-Baumvogelspinne. Avicularia versicolor. Natur und Tier Verlag, 2004. ISBN 3-937285-42-3
  • Peter Weygoldt: Chelicerata - Spinnentiere. in: W. Westheide: Spezielle Zoologie. Teil 1. Einzeller und Wirbellose Tiere Gustav Fischer, Stuttgart-Jena 1996, 2004. ISBN 3-437-20515-3