Nationalparks Costa Ricas
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Inhaltsverzeichnis |
Administrative Gliederung der Nationalparks Costa Ricas
Die Nationalparks Costa Ricas gliedern sich in 11 Bezirke:
- ACMIC ~ Área de Conservación Marina Isla del Coco
- ACG ~ Área de Conservacíon Guanacaste
- ACT ~ Área de Conservacíon Tempisque
- ACA-T ~ Área de Conservacíon Arenal-Tempisque
- ACA-HN ~ Área de Conservacíon Arenal Huetar Norte
- ACOPAC ~ Área de Conservacíon Pacifico Central
- ACCVC ~ Área de Conservacíon Cordillera Volcánica Central
- ACTO ~ Área de Conservacíon Tortuguero
- ACOSA ~ Área de Conservacíon Osa
- ACLA-P ~ Área de Conservacíon La Amistad-Pacifico
- ACLA-C ~ Área de Conservacíon La Amistad-Caribe
Vielfalt
In Costa Rica stehen ca. 25% der Landesfläche unter Naturschutz, so viel wie in keinem anderen Land der Welt. Auf der im Oktober 2010 zu Ende gegangenen Klimaschutzkonferenz im japanischen Nagoya verpflichteten sich 193 Staaten dazu, bis Ende 2020 mindestens 175 der Landfläche und 10% der Meeresfläche unter Naturschutz zu stellen.
Es gibt in Costa Rica 161 geschützte Gebiete in Form von Nationalparks, Naturreservaten, biologischen Reservaten, Wildschutzgebieten, Feuchtgebieten, Schutzzonen und Waldschutzgebieten.
All diese geschützen Flächen umfassen zusammen mehr als ein Viertel der gesamten Staatsfläche. Somit ist Costa Rica der Staat mit der größten Landesfläche (gemessen an der Gesamtfläche), die unter Naturschutz steht.
Die Nationalparks und die anderen Schutzgebiete von Costa Rica werden von MINAE, dem Ministerio de Ambiental y Energia, verwaltet. Unter der Verantwortung von MINAE wurden 1998 elf Verwaltungsbereiche für Nationalparks und die Schutzgebiete eingerichtet. Diese Verwaltungsbereiche sind auch unter der Abkürzung SINAC (Sistema Nacional de Áreas de Conservacíon) bekannt.
Rechts sehen Sie zunächst eine Übersichtskarte über 25 Nationalparks (die knapp die Hälfte aller geschützter Flächen ausmachen; 2009 gibt es schon 28 Nationalparks) und einige andere geschützte Areale des Landes. Das nachfolgende Inhaltsverzeichnis führt zu einer Auswahl von Parks und Schutzgebieten. Wir stellen hier die Nationalparks und einzelne ausgewählte Naturschutzgebiete in Kurzform vor. Diese kurze Beschreibung ist jeweils mit einer ausführlicheren Beschreibung des Schutzgebietes verlinkt.
Die Nationalparks in Costa Rica stellen Schutz- und Ruheräume der bedrohten Flora und Fauna dar und dienen damit direkt dem Umweltschutz. Einige Tierarten sind nur noch dort zu beobachten. Weil viele davon im Laufe des klimatischen Wechsels zwischen Trocken- und Regenzeit Wanderbewegungen unternehmen, sind die benachbarten Parks für diese Tiere lebenswichtig.
Schutzgebiete
Die in Costa Rica unter allgemeinem Naturschutz stehenden Gebiete sind zu Schutzzonen oder Schutzgebieten (Area de Conservación) zusammengefasst, zu deren Verwaltung Anfang der 1970er Jahre die Nationalparkverwaltung (Servicio de Parques Nacionales) gebildet wurde. Daraus entstand 1994 die SINAC (Sistema Nacional de Áreas de Conservación) als verantwortliche Behörde für die Schutzgebiete.
In den Schutzgebieten befinden sich geschützte Flächen, die unterschiedlich kategorisiert sind:
- Nationalpark (Parque Nacional): Schutz und Erhaltung von Tier- und Pflanzenarten, die von „nationalem und internationalem Interesse“ sind, begrenzte Nutzung durch den Menschen zu touristischen oder wissenschaftlichen Zwecken (2008: 26 Nationalparks; über 11% der Staatsfläche von Costa Rica)
- Biologisches Reservat (Reserva Biológica): Schutz von Ökosystemen mit besonderer Flora und Fauna, Nutzung durch den Menschen zu wissenschaftlichen oder Bildungszwecken (2008: 8 Biologische Reservate auf etwa 21500 Hektar; etwa 0,42% der Staatsfläche von Costa Rica)
- Naturreservat (Reserva Natural Absoluta): Schutz des Lebensraumes von Pflanzen und Tieren (2008: einziges Naturreservat Cabo Blanco, 1963 gegründet)
- Nationales Monument (Monumento Nacional): historisch oder archäologisch bedeutende Stätten (2008: einziges Nationales Monument Ausgrabungen von Guayabo)
- Nationales Naturschutzgebiet (Refugio Nacional de Vida Silvestre): Schutz bestimmter Tierarten, stellen eine Vorstufe zu den Biologischen Reservaten und Nationalparks dar, diese werden nicht von der SINAC verwaltet, sondern von der Dirección General de Vida Silvestre.
Die ausgewiesenen Schutzgebiete sind:
| Schutzgebiet | Schutzbezirk | Nationalparks |
|---|---|---|
| Isla del Coco | ACMIC | Nationalpark Isla del Coco |
| Guanacaste | ACG | Nationalparks Santa Rosa, Guanacaste, Rincón de la Vieja und diverse Schutzgebiete |
| Tempisque | ACT | Nationalparks Barra Honda, Las Baulas und diverse Schutzgebiete |
| Arenal Tilaran | ACA-T | Nationalparks Vulkan Arenal, Vulkan Tenorio, Palo Verde und diverse Schutzgebiete |
| Arenal Huetar Norte | ACA-HN | Nationalpark Juan Castro Blanco |
| Zentrale Pazifikküste | ACOPAC | La Cangreja, Carara, Manuel Antonio |
| Zentralkordilleren | ACCVC | Braulio Carrillo, Juan Castro Blanco, Nationalpark Irazú, Vulkan Poás, Vulkan Turrialba |
| Tortuguero | ACTO | Tortuguero |
| Osa | ACOSA | Ballena, Corcovado, Piedras Blancas |
| La Amistad (Pacific) | ACLA-P | Barbilla, Cahuita, Chirripó, Tapantí, Parcque Internacional La Amistad (allgemeines Naturschutzgebiet) |
| La Amistad (Caribbean) | ACLA-C | wird noch ergänzt |
Neben den staatlich verwalteten Schutzgebieten gibt es weitere private Initiativen zum Schutz von Tieren und Pflanzen. Ein Projekt mit österreichischer Beteiligung ist der Regenwald der Österreicher, ein Projekt mit u.a. deutscher Beteiligung ist der "Bosque Eterno de los Niños", der "Ewige Regenwald der Kinder". Dieses Projekt wird durch den Verein Kinderregenwald Deutschland e.V. unterstützt.
Nationalparks
Etwa die Hälfte der Fläche der Schutzgebiete (über zwölf Prozent der Fläche Costa Ricas) wird von den 28 Nationalparks eingenommen.
| Name | gegr. | Größe (Hektar) |
Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Ballena | 1990 | 4.500 | Meeresnationalpark |
| Barbilla | 1982 | 11.900 | sehr feuchter Tropenwald |
| Barra Honda | 1974 | 2.300 | 42 Karsthöhlen |
| Las Baulas | 1991 | 450 | Meeresnationalpark, im Meer sind weitere 22.000 Hektar geschützt |
| Braulio Carrillo | 1978 | 45.000 | sehr dichte Vegetation |
| Cahuita | 1970 | 1.000 | Regenwald, Mangroven, Erdbeerfröschchen |
| La Cangreja | 2004 | 2.240 | endemische Pflanzenarten, tropischer Übergangswald |
| Carara | 1978 | 4.700 | Spitzkrokodile im angrenzenden Río Tárcoles, Hellroter Ara |
| Chirripó | 1975 | 50.000 | Cerro Chirripó höchster Berg Costa Ricas (3.819 Meter) |
| Corcovado | 1975 | 55.000 | 500 Baumarten, darunter Bäume mit 50 Meter Höhe |
| Diriá | 2004 | 5.428 | über 100 Vogelarten, etwa 20 Fledermausarten |
| Guanacaste | 1989 | 36.000 | Forschungsstationen Maritza, Pitilla und Cacao zur Tierbeobachtung |
| Isla del Coco | 1978 | 5.200 | steht auf der UNESCO-Welterbeliste |
| Juan Castro Blanco | 1992 | 14.258 | vier unterschiedliche Waldzonen, wichtigstes Trinkwasserreservoir |
| La Amistad | 1980 (?) | 192.000 | in Panamá gehören weitere 207.000 Hektar zu diesem Park |
| Los Quetzales | 2008 | 5021 | Costa Ricas jüngster Nationalpark, 3 Arten Regenwald, 14 Ökosysteme |
| Manuel Antonio | 1972 | 683 | sehr gute Tierbeobachtungsmöglichkeiten |
| Palo Verde | 1980 | 17.000 | Vogelschutzgebiet für etwa 300 Arten (geschätzter Bestand 200.000 Vögel) |
| Piedras Blancas | 1992 | 14.000 | 140 Säugetierarten, 350 Vogelarten, über 100 Amphibienarten |
| Rincón de la Vieja | 1973 | 14.000 | Geysire und Schwefelquellen, Orchideenart Cattleya Skinneria (Nationalblume Costa Ricas) |
| Santa Rosa | 1971 | 50.000 | Eiablage der Meeresschildkröten, von weltweit acht Arten legen sechs ihre Eier in Costa Rica ab |
| Tapantí | 1992 | 5.100 | primärer Regenwald |
| Tortuguero | 1975 | 26.000 | Eiablage der Meeresschildkröten (vier Arten) |
| Vulkan Arenál | 1994 | 4.000 | kaum Vegetation, Schutz von Primärwaldresten |
| Vulkan Irazú | 1955 | 2.000 | Der Irazú ist der höchste aktive Vulkan Costa Ricas (3.432 Meter) |
| Vulkan Poás | 1971 | 5.600 | Nebelwald, Moose, Epiphyten, Flechten |
| Vulkan Tenorio | 1995 | 18.400 | immergrüne Nebel- und Regenwälder |
| Vulkan Turrialba | 1955 | 1.600 | Abstieg in den Hauptkrater möglich |
Anmerkungen:
- Die Angaben zur Gründung schwanken, dabei wird entweder das Jahr der Ernennung zum Nationalpark oder der Gründung eines Vorläufers (Biologisches Reservat oder ähnliches) angegeben.
- Die Angaben zur Größe schwanken, weil zum Teil benachbarte Flächen mit einbezogen werden.

