Nationalpark Isla del Coco

Aus Ticopedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nationalpark Isla del Coco
01-ACMIC-Cocos-Island-Marin.png
Lage des Nationalparks

Provinz Puntarenas, 586 Kilometer östlich vom Festland
5°32'N, 86°59'W.
Gründungsdatum: 11. Juni 1978

Daten und Fakten

Größe 23,09 km² (Land), 972,35 km² inkl. Wasser
Höchster Punkt 634 m/NN
Temperatur 26 ºC Jahresdurchschnitt
Niederschlag bis zu 6350 mm/Jahr

Organisation und Kontakt

Sinac.png SINAC
(Sistema Nacional de Áreas de Conservacíon)


01 ACMIC Cocos Island Marine Conservation Area.png
Acmic.gif

Área de Conservación Marina Isla del Coco (ACMIC)

Apdo 10104-1000, Costa Rica
Tel: (+506) 2280-7003
Fax: (+506) 2283-0022

Satellitentelefon (Ranger):
Tel: 0087-468712-0010 / Fax: 0087-468712-0012

E-Mail:
acmic@ns.minae.go.cr
islacoco@ns.minae.go.cr

Sonstiges

Icon Playas Tauchen.gif Icon Playas Schnorcheln.gifIcon Playas Voegel.gif Icon Playas Photo.gif

Isla del Coco
Isla del Coco
Karte der Isla del Coco
Isla del Coco

Es gibt nur wenige Plätze auf unserem Planeten, die auch nach der Entdeckung noch über Jahrzehnte hinweg ihre ungezähmte Wildheit behalten. Die Kokos-Insel ist einer dieser Orte. Die Isla del Coco ist an ihrer höchsten Stelle 634 Meter hoch und erstreckt sich über mehr als 9 Kilometer. Die einzigen Bewohner der Kokosinsel sind die Nationalparkwächter.

Die ungezählten Wasserfälle, die aus mehreren hundert Metern direkt ins Meer stürzen, zahlen ebenso zu den Naturwundern von Cocos Island wie die Vielfalt der Seevogel, die auf dem isolierten Außenposten im Meer idealste Bedingungen für die Aufzucht ihrer Jungtiere vorfinden.

Geschichte

Die Isla del Coco gehört offiziell seit 1869 zu Costa Rica. Nach mehreren vergeblichen Versuchen sie zu besiedeln schickte die Regierung 1898 eine Expedition, um zu ermitteln, ob auf der Insel dauerhaft ein Gefängnis eingerichtet werden könnte. Die Expeditionsleiter Anastasio Alfaro und Henri Pittier empfahlen jedoch das Gegenteil: die Einrichtung eines Naturschutzgebietes.

In den Jahrhunderten zuvor war die Kokosinsel (Isla del Coco) ein ideales Versteck für Seeräuber (und man sagt, sie sei die Inspiration für Robert Louis Stevenson's Schatzinsel gewesen). Geschichten erzählen von Freibeutern vergrabend Schätze an diesem abgelegenen Ort. Edward Davis (1685), Benito Bonito (1820) und William Thompson (1821) sollen hier ihre Beute vergraben haben. Auch der sagenumworbene Lima-Schatz soll dort vergraben worden sein. Es gab zahlreiche Expeditionen mit dem Versuch, sie zu finden, aber bis heute ist der einzige Schatz der Insel ihre unberührte Natur. Ein (der Natur) schädliches Vermächtnis dieser frühen Gäste gibt es aber bis heute: Hirsche, Rehe, Schweine, Ziegen und Ratten. Es wird versucht, dieser Plage Einhalt zu gebieten.

Seefahrer haben diese Tiere dort zurückgelassen, um bei ihrer Rückkehr 'frisches Fleisch' erlegen zu können. Zudem haben sie auch versehentlich Ratten eingeführt. Wie auf Hawaii sind diese drei Säugetiere die Geißel der Insel und die größten Bedrohung für viele eingeborene Spezies.

Der "Coco Island National Park" ist so etwas wie das kleinen Galapagos von Costa Rica. Geologisch gesehen ist es die Spitze der urzeitlichen Vulkane Coco und Iglesias, die vom umgebenden Pazifik vom Festland isoliert werden. Sie ist die einzige tropische Insel im Ostpazifik mit einem tropischen Regenwald. Die Isla del Coco ist bereits vor jahrtausenden besiedelt worden und ist mit dichtem Regenwald bedeckt. Die Reichhaltigkeit der Pflanzen ist zwar bei weitem nicht so groß wie in Wäldern auf dem Festland, aber auch hier konnten 70 endemische Pflanzen nachgewiesen werden. Ein Problem sind jedoch die von früheren Siedlern eingeführten Nutzpflanzen. Kaffee und Guaven haben sich teilweise im Unterholz ausgebreitet.

Viele der hier zu findenden Tierarten haben sich nach ihrer Ankunft weiterentwickelt und stellen heute eigene endemische Tierarten dar. Von den 87 Vogelarten kommen drei nur hier vor: der Cocoskuckuck (Coccyzus ferrugineus / engl: Cocos Cuckoo), der Cocos-Insel-Tyrann (Nesotriccus ridgwayi) und der Kokosfink (Pinaroloxias inornata). Tölpel, Fregattvögel und Seeschwalben unterhalten Brutkolonien auf den kleinen Vorinseln und Felsen. Anderer endemischer Tiere sind 2 Eidechsenarten, Süßwasserfische und beinahe hundert Insekten.

Seit 1978 steht die unbewohnte - abgesehen von den Rangern der Parkverwaltung - Isla del Coco als Nationalpark unter strengem Naturschutz. 1997 ist die Insel und das umbebende Meer von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden. 2001 wurde das Schutzgebiet auf 12 Seemeilen (22 Kilometer) rund um die Insel ausgeweitet. Das grüne Paradies kann von Touristen nur mit Erlaubnis der Parkverwaltung betreten werden.

Südlich der Hauptinsel gibt es noch einige kleine Inseln (Dos Amigos, Rafael und Juan Bautista) und Felsen.

Karte

Lade Karte …

Schatzsucher mit Ausdauer

Einer der ausdauerndsten Schatzsucher war der Deutsche August Gissler, der von 1889 bis 1908 mit kurzen Unterbrechungen auf der lnsel lebte. 1897 ernannte ihn die Regierung Costa Ricas sogar zum ersten und einzigen Gouverneur Cocos. Gissler grub im Laufe der Jahre meterlange unterirdische Tunnelsysteme, die noch heute trotz zahlreicher Erdbeben betreten werden können. Gisslers Ziel war der Kirchenschatz von Lima, die goldene Madonna, die um 1810 von Kapitän Thompson auf der lnsel versteckt worden sein soll. Gissler war sich seiner Sache sicher, da er zwei Karten aus zwei unterschiedlichen Quellen besaß, die den gleichen Ort als Versteck des Schatzes anzeigten.

Parallel suchte Gissler aber auch nach dem Piratenschatz von Benito Bonito. Die Gelder für diese Suche wurden hauptsächlich über Investoren bereitgestellt, die in die hierfür eigens gegründete Cocos Plantation Company investierten. Einige Siedlerfamilien lebten deshalb für den Anbau von Tabak gemeinsam mit Gissler auf der Insel. Gissler blieb erfolglos: Er fand in zwanzig Jahren auf der Kokos-Insel lediglich sechs Goldmünzen.

Die Gewässer rund um die Insel

Mit über 1.400 Tier- und Pflanzenarten besitzt die Isla del Coco laut einer Studie der National Geographic Society Ende 2009 eines der unberührtesten, unversehrtesten und artenreichsten marinen Ökosysteme des Planeten. Das nicht nur, weil dort die höchste Konzentration großer Raubfische, wie die Haie, des gesamten Pazifiks anzutreffen ist, sondern auch wegen dem enormen Reichtum an kleinen Fischarten, Quallen, Korallen, Mikroorganismen und auch Algen.

Das reiche Meeresleben zeichnet die Insel besonders aus. Wahrend sie normalerweise im Bereich des ost-westlichen Äquatorialen Gegenstroms liegt, ist sie während des El Niño die erste Insel, die warmes Wasser aus Richtung Westen erhält. Dies führt ähnlich wie auf den Galapagosinseln zu einem trans-pazifischen Austausch von Larven und Meerestieren. Die ausgedehnten Korallenriffe rund um die Insel beherbergen 32 Korallenarten, 57 Krebstiere und 500 Molluskenarten. 300 Fischarten zeugen zwar nicht von außergewöhnlicher Vielfalt, aber dafür ist die Gesamtzahl der Tiere riesig. Bekannt ist die Insel für die großen Schwärme von Bogenstirn-Hammerhaien und Weißspitzen-Riffhaien, die an der Insel vorbei ziehen. Auch Walhaie und Mantas kommen in sensationeller großer Zahl vor.

Der Tidenhub beträgt etwa 1,80 Meter.

Die Gewässer rund um die Insel sind daher als Tauchrevier geschätzt. Nur 4 Schiffe haben zurzeit die Erlaubnis, dieses Tauchrevier anzufahren.

Tauchen

Die Tauchplätze der Insel sind nicht unbedingt Anfängerfreundlich. Deshalb sollte eine Tauchkreuzfahrt nach Cocos Island nur von erfahrenen Tauchern gebucht werden. Die Tauchkreuzfahrtschiffe liegen dann stationär an einem der windgeschützten Ankerplätze wahrend der Zeit vor Cocos.

Tauchen ist prinzipiell ganzjährig möglich. Die beste Zeit für Haibeobachtungen sowie die großen Hammerhaischwärme ist aber von Mitte Mai bis Ende September. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 22°C unterhalb der Sprungschicht und 28°C an der Oberfläche. Die Außentemperaturen ganzjährig um die 35°C Celsius. Die Sichtweiten sind das ganze Jahr zwischen 10 und 25 Metern.

Dezember bis Mai/Juni ist in Costa Rica Trockenzeit mit klarem Wasser und wenig Regen. Die Haie ziehen zu dieser Zeit gerne ab bzw. sind etwas tiefer wie in der Regenzeit. Ab Juni/Juli beginnt die Regenzeit. Die Action auf Cocos Island setzt wieder voll ein und erreicht ihren Höhepunkt ab Mitte Juli. Die beste Reisezeit unter Berücksichtigung von Wind, Wellen, Wetter und Fischaufkommen ist zwischen März bis September.

Lage

Die 24 Quadratkilometer große Isla del Cocos liegt isoliert im offenen Ozean (Pazifik). Das nächste Festland ist Costa Rica (586 Kilometer östlich). Die Galápagos-Inseln sind der nächste Nachbar (etwa 300 Kilometer südwestlich).

Cocos Island ist für Touristen nur mit hochseetüchtigen Tauchkreuzfahrtschiffen zu erreichen. Die Überfahrt dauert rund 30 - 35 Stunden.

Reisezeit

Es regnet das ganze Jahr über. Zwei trockenere Jahreszeiten finden sich vom Januar bis zum März und in kleinerem Umfang im späten September und im Oktober. Die meisten der etwas 1100 Besucher kommen zwischen März und Mai.

Ankerplätze befinden sich in der Nähe der beiden Rangerstationen in der Bahía Wafer und der Bahía Chatham. Dort gibt es auch einfache Wetterschutzhütten (keine Übernachttung) und sanitäre Einrichtungen mit Duschen. Die Ranger sind über Satellitentelefon erreichbar.

Die Gebühr pro Tag und Person beträgt 25$.

Literatur

  • Ina Knobloch: Das Geheimnis der Schatzinsel: Robert Louis Stevenson und die Kokosinsel - einem Mythos auf der Spur (Mare Buchverlag 2009)] ISBN 3866480970

Weblinks