Nationalpark Corcovado

Aus Ticopedia.de

Wechseln zu: Navigation, Suche
Corcovado001ol.jpg

Der Nationalpark Corcovado (span.Parque Nacional Corcovado) liegt im Herzen der Osa Halbinsel im äußersten Südwesten des Landes, nahe der Grenze zu Panamá. Er bildet das Herz der Osa Conservation Area (ACOSA), die mit 4.104 km² der größte geschützte Raum Costa Ricas darstellt.

Auf einer Fläche von 425 km² liegt der Nationalpark in der nordwestlichen Hälfte der Halbinsel. Er zeichnet sich durch eine sehr hohe Artenvielfalt aus. Die National Geographic Society nannte diesen Nationalpark einst dern Ort "mit der höchsten Biodiversität der Welt", womit die Zeitschrift das enorm hohe Artenvorkommen auf engem Raum würdigte. Tatsächlich leben alleine in diesem Nationalpark mehr als 500 verschiedene Baumarten, etwa 140 Säugetier- und 370 Vogelarten, weiterhin über 150 Orchideenarten, 120 Amphibien und Reptilien sowie mehr als 6000 Insektenarten. Zum Vergleich geht man in Deutschland von ca. 30 Baumarten aus.


Inhaltsverzeichnis

Infrastruktur und Tourismus

Der seeseitige Eingang des Corcovado Nationalparks auf der Osa-Halbinsel, bewacht durch ein Schiff der Küstenwache.
Küstenwache vor dem Corcovado Nationalpark, Osa-Halbinsel
Lage des Corcovado (grün) auf der Osa-Halbinsel

Der Park ist für den Standardtourismus eher schlecht geeignet. Angemessene Kleidung, lange Fussmärsche und einfache Übernachtungsmöglichkeiten machen den Corcovado National Park eher interessant für zahlreiche Forschergruppen und abenteuerlustige Individualtouristen. Es gibt im gesamten Nationalpark kein Hotel oder andere touristische Einrichtungen. Wer im Park uebernachten möchte, muss sich zuvor bei der Nationalparkverwaltung (wie in jedem Nationalpark Costa Ricas) anmelden. Gefuehrte Tagestouren kann man problemlos z.B. von Drake Bay aus buchen. Die wichtigsten Rangerstationen innerhalb des Parks sind Los Patos auf der nördliche Golfseite, San Pedrillo im Süden der Drake Bay und La Sirena, die größte Station, an der südlichen Pazifikseite sowie La Leona am südlichen Parkeingang. In der Station Sirena stehen nach rechtzeitiger Anmeldung einfache Unterkünfte und Zeltplätze zur Verfügung. Es gibt drei Möglichkeiten den Park zu erreichen: mit dem Boot über den Pazifik, mit dem Flugzeug nach Drake oder Sirena oder zu Fuss aus östlicher oder südlicher Richtung. Für die meisten Besucher werden von zahlreichen Lodges südlich und nördlich des Parkes (vornehmlich in der Drake Bay) Bootstransfers angeboten, die an den Stationen San Pedrillo und Sirena anlegen.

Innerhalb des Parkes ist das Wegenetz zum Teil gut ausgebaut. Wer den Park zu Fuss erreichen möchte kann sich in einer zwei- bis dreitätigen Tour von Osten (La Palma - Los Patos) oder in einer ca. zehnstündigen Tour vom Norden (Drake Bay - San Pedrillo - La Sirena), die die meiste Zeit am Strand entlang führt. Hierbei sollte man jedoch den Tiedenhub beachten, denn die drei Flussläufe, die durchquert werden müssen, stellen bei Flut ein z. T. unüberwindliches Hindernis dar. Außerdem können sich in den Küstengewässern sowohl Alligatoren als auch Haie tummeln. Zuvor sollte man sich aktuelle Tiedenhubtabellen besorgen. Die Strecke San Pedrillo und La Sirena beträgt ca. 25 km; sie muss in einem Stück durchgegangen werden, da Campen nicht erlaubt ist.

Für den Wanderweg Los Patos - Sirena besteht seit Anfang Dezember 2009 Guide-Pflicht.

Ökosystem

Der Corcovado Nationalpark beherbergt den größten zusammenhängenden Primärregenwald an der Pazifikküste und gehört zu den wenigen zusammenhängenden Tieflandregenwäldern überhaupt. Jedoch erhebt sich im Zentrum mit dem Cerro Rincón auch ein 745 Meter hoher Berg. Da größere Tiere auch ein größeres Habitat brauchen, finden sich gerade im Corcovado die größten Landsäugetiere des amerikanischen Kontinents, unter ihnen der Mittelamerikanische Tapir, der Jaguar, der Ameisenbär (Tamandua) und das Pekari. Alleine in diesem Nationalpark leben 140 Säugetiere, dies sind 10% aller Säugetiere des amerikanischen Kontinents. Ein wichtiger Grund für die große Artenvielfalt (wie überall in Costa Rica) ist die Lage. Costa Rica bildet einen Korridor zwischen Nord- und Südamerika und so konnte sich die Fauna und Flora beider Kontinente auf dieser Landbrücke vereinen. Es entstanden Arten, die nur hier vorkommen, sogannte endemische Arten.

Tiere

Hier leben rote Aras, Fischotter, Tapire, Pumas, Jaguare, Affen, Kaimane, sogar die Harpyie ist in wenigen Exemplaren noch im Nationalpark vertreten. Der Corcovado Nationalpark ist auch für Ornithologen ein Paradies, denn er beheimatet einige Hundert Vogelarten.

Pflanzen

Der Corcovado Nationalpark vereint insgesamt 13 verschieden Ökosysteme, angefangen beim Bergregenwald (mehr als die Hälft des Parks), Nebelwald, Palmensumpf (Yolillo), Tieflandregenwald, Steppenwald, Schwemmlandebenen, Sumpfwald, Süßwassersümpfe bis hin zu Mangrovenwäldern.

Karte

UNIQb4f470e6cdaf99b3-googlemap-00000002-QINU

Öffnungszeiten und Eintritt

Der Nationalpark kann tagsüber und für mehrere Tage mit Übernachtung besucht werden. Der Eintritt für Nicht-Costa-Ricaner beträgt 10 USD/Tag, dieser ist an den Rangerstationen zu entrichten.

Eintritt: 10$ (inkl. Isla del Caño)
Öffnungszeiten: 08:00 bis 16:00 Uhr
Der Park ist nicht eingezäunt und es gibt keine Tore, es wird empfohlen, sich bei Ankunft bei einer Rangerstation anzumelden.


Ticologo.png
Wetterdurchschnittswerte für die Region um Golfito
Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Höchsttemperaturen in ° C (Ø) 32 33 34 33 30 31 31 31 31 31 30 31 32
Tiefsttemperaturen in ° C (Ø) 21 21 22 23 22 22 22 22 22 22 22 22 22
Niederschlagsmenge in mm (Ø) 115 113 170 292 492 496 512 594 627 684 530 255 4.880

Daten: Instituto Meteorólogico Nacional de Costa Rica


Weblinks