Mangroven

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Mangroven

Mangrovenbäume sind verholzende Salzpflanzen unterschiedlicher botanischer Zugehörigkeit. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sie sich an das Leben im Gezeitenbereich tropischer Küstenregionen angepasst haben und nur dort bestandsbildend sind.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen in Costa Rica

In Costa Rica kommen fünf Mangrovenarten vor: die schwarze, graue, rote und weiße Mangrove sowie die Knopfmangrove. Jede von Ihnen hat ihre eigene Methode zum Überleben entwickelt. Einige geben aufgenommenes Salz über die Blätter wieder ab, andere lassen es erst garnicht über die Wurzeln eindringen. Das größte Vorkommen in Costa Rica ist an der nördlichen Spitze des Golfo de Nicoya und entlang Río Sierpe (Bahía Drake).

Am Rand der Mangrovenzonen trifft man gelegentlich auf die Mangroven-Kreischeule.

Die Rote Mangrove (Red Mangrove, Rhizophora mangle)

Die Roten Mangroven, z.B. entlang des Río Sierpe, sind ausgesprochen faszinierende Pflanzen. Man bezeichnet sie in der Fachsprache als Halophyten. Sie sind an Salzwasser sowie an stark schwankende Pegelstände angepasst, weil sie über verzweigte Luftwurzeln verfügen. Diese teils recht langen Luftwurzeln verankern die Pflanzen sicher im Boden, sodass sie durch die mit dem Steigen und Fallen des Wasserspiegels verbundenen Strömungen nicht fortgespült werden. An Küsten und in der Nähe von Flussmündungen bilden sie dichte Bestände, wobei die einzelnen Pflanzen der Roten Mangrove bis zu 20 Meter hoch werden können. Im Dickicht der Wurzeln verstecken sich viele Tier- und Vogelarten.

Ökologie

Verschiedene Mangrovenbaum-Arten bilden unter ungünstigen Umweltbedingungen (hypersaline oder nährstofflimitierte Standorte) Zwergformen aus. Die natürliche Verbreitungsgrenze hängt nur indirekt mit einem kühlen Klima zusammen. Ausschlaggebend ist die Wassertemperatur während der kühlen Monate. Generell ist eine Winterisotherme des Wasser von unter 20°C für viele Mangroven-Arten letal. Wegen der warmen Strömungen an der Atlantikseite Costa Ricas ist hier die Biodiversität der Mangroven höher. Zu den besonderen Anpassungen der Mangrovenbäume an ihren Lebensraum gehören ausgeprägte Salztoleranz und die Fähigkeit zum Wurzeln in sauerstoffarmem und häufig instabilem Sediment. Einige Arten besitzen Blätter mit Salzdrüsen (Aegiceras, Aegialitis und Avicennia). Charakteristisch ist in vielen Fällen die Verbreitung über im Augenblick der Trennung vom Mutterbaum sehr weit entwickelte Früchte, die sich in kürzester Zeit zu einem schwimmfähigen Keimling entwickeln. Die Mangrovenbäume aus der Familie der Rhizophoraceae verbreiten sich „lebendgebärend“ über bereits am Mutterbaum gekeimte Jungpflanzen (Viviparie).

Anpassungen

Das Luftgewebe (Aerenchym), das viele Mangroven besitzen, bildet eine dem Kork entwicklungsgeschichtlich gleichwertige Gewebeform und findet sich vorzugsweise an untergetauchten Stängeln und Wurzeln der Mangrovenfarne und -gehölze. Es besteht aus zartwandigen, unverkorkten Zellen mit großen dazwischenliegenden Luftkanälen. Nach Wachstum der Wurzelbestände an der Luft oder im Wasser, entwickelt sich in der Korkbildungsschicht entweder zartwandiges, unverkorktes Aerenchym oder ein einfacher Peridermmantel, indem im ersteren Falle der eingetretene Sauerstoffmangel des inneren Stängelgewebes das Plasma der Phellogenzellen eine Bildung von Luftgewebe zu veranlassen scheint.

Nutzung

Mangrovenbäume lassen sich in Ausnahmefällen forstlich nutzen. Mangrovenholz wird zur Holzkohleerzeugung oder direkt als Brennholz und gelegentlich für einfache Holzkonstruktionen genutzt. Die tanninhaltige Rinde einiger Mangrovenbäume wird regional zur Gerbstoffgewinnung eingesetzt.

Systematik

Mangrovenbäume bilden keine systematisch einheitliche Gruppe, sondern gehören unterschiedlichen Familien der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta) an.

Weblinks