Lederschildkröten

Aus Ticopedia.de

Wechseln zu: Navigation, Suche
Lederschildkröten
Leather300.jpg

Lederschildkröten (Dermochelys coriacea)

Reich: Tiere (Animalia)
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten
Familie: Dermochelyidae
Unterfamilie:
Gattung: Dermochelys
Art: (Foto) Lederschildkröte
Wissenschaftlicher Name

Dermochelys coriacea

Gefährdungsstufe

Gefahrdung CR.png
IUCN

imposante Erscheinung

Die Lederschildkröte (lat.: Dermochelys coriacea), mit einer Länge von bis zu 3 Metern und einem Gewicht von bis zu 700 Kilogramm das schwerste Reptil der Erde, können eine Geschwindigkeit von bis zu neun Stundenkilometern erreichen. Die Art mit dem wissenschaftlichen Namen Dermochelys coriacea ist vom Aussterben bedroht.

Die Lederschildkröte ist die größte lebende Schildkröte und wird meistens als einzige Angehörige der gleichnamigen Familie (Dermochelyidae) angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Größenvergleich mit einem Menschen

Die Tiere erreichen eine Panzerlänge von bis zu 3 Metern und ein Gewicht von beinahe 700 kg (Rekord: ca, 900 kg bei einem Fund an der Küste von Wales). Anders als alle anderen Schildkröten besitzt die Lederschildkröte keinen typischen Rückenschild mit Hornschuppen, der lose zusammenhängende Knochenpanzer ist bei ihr vielmehr von einer derben lederartigen Haut umgeben. Auf dem blau-schwarzen Rücken sind deutlich sieben verdickte Knochenplättchen zu sehen, ihre Extremitäten sind zu langen Paddeln umgestaltet.

Oben auf dem Kopf hat jede Lederschildkröte einen rosa Fleck, dessen Form individuell ist. Die Funktion ist unbekannt; möglicherweise handelt es sich um einen lichtsensitiven Hautfleck, der zur Orientierung dient.

Vorkommen

Lederschildkröten bewohnen alle tropischen und subtropischen Meere, und besuchen im Sommer auch die gemäßigten Zonen. Damit haben sie unter allen Reptilien den weitesten Lebensraum.

Aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe, einer Fettschicht und ihrer hohen Masse können Lederschildkröten auch in kühlem Wasser leben. Sie können ihre Körpertemperatur bis zu 18 Grad über der des umgebenden Wassers halten.

Meeresschildkröten wie die Lederschildkröte sind weltweit bedroht und besonders die Plünderung der Gelege hat zu einem Rückgang der Bestände beigetragen. Der Playa Gandoca im Naturreservat Gandoca Manzanillo auf der karibischen Seite Costa Ricas gehört international zu einem der wichtigsten Nistplätze der Lederschildkröte, besonders da die ehemals bedeutende Eiablage an Malaysias Stränden durch Raubbau komplett zusammengebrochen ist. Mit großem Erfolg wurden die Nester der Schildkröten im letzten Jahrzehnt geschützt und die Entwicklung überwacht. Im Jahr 2003 schlüpften über 26.000 junge Lederschildkröten am Gandoca-Strand.

Seit 1985 überwacht die private Stiftung ANAI am Playa Gandoca die Nester der Lederschildkröte. Um die Geburtenrate der seltenen Schildkröte zu heben, siedeln die Mitarbeiter der Stiftung die Eier zudem teilweise an sichere Orte um oder legen sie in Brutgehege. Parallel dazu hat ANAI eine Informationskampagne gestartet, mit der sie die lokale Bevölkerung dafür zu gewinnen versuchen, die Eier und das Fleisch der seltenen Schildkröte nicht mehr zu verzehren.

Das Große Rennen

Rund 1.000 Kilometer in zwei Wochen - Meeresreptilien wurden 2007 für wissenschaftlichen Versuch mit Sendern versehen.

Bei einem weltweit einzigartigen wissenschaftlichen Versuch waren am Montag, den 16.04.2007 (Ortszeit) elf Lederschildkröten zu einem 1.000-Kilometer-"Rennen" durch die Fluten des Pazifiks gestartet. Wie die Organisatoren des Experiments mitteilten, wurden die riesigen Meeresschildkröten mit Sendern ausgestattet, die eine fortwährende Satelliten-Beobachtung ermöglichen. Unter der Internet-Adresse www.greatturtlerace.com konnte man die Reise der elf Meeresreptilien live mitverfolgen.

Das "Große Schildkrötenrennen" zwischen dem Meeres-Nationalpark Las Baulas an der Pazifik-Küste Costa Ricas und den Galapagos-Inseln liegt den Lederschildkröten im Blut: Nach den bisherigen Beobachtungen benötigen sie für die Strecke knapp zwei Wochen, so dass sie noch vor Monatsende auf den Inseln eintrafen.

Mit dem "Großen Schildkrötenrennen" wollten die Organisatoren die Öffentlichkeit auf die Bedrohung der Meeresschildkröten aufmerksam machen. Zu den Organisatoren zählt das Umweltministerium von Costa Rica


Gefährdung

In der von der IUCN geführten Red List der gefährdeten Arten wird die Lederschildkröte als "Critically Endangered" (Vom Aussterben bedroht) geführt.

Weblinks