Kaffee

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Zusammensetzung des Verkaufspreises bei konventionell gehandeltem Kaffee
 44,9% Steuern, Zölle, Frachtkosten
 23,7% Einzelhandel
 17,8% Händler und Röster
 8,5% Plantagenbesitzer
 5,1% Löhne der Arbeiter
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Inhaltsverzeichnis

Café de Costa Rica

Als Christoph Columbus an der "reichen Küste" vor Anker ging, gab es hier noch keinen Kaffee. Erst vor rund 250 Jahren wurden die ersten Pflanzen von Kuba eingeführt. Inzwischen ist Costa Rica ein Kaffeeland der Superlative: Es produzierte als erstes zentralamerikanisches Land Kaffee auf kommerzieller Basis, setzte auf wissenschaftliche und agrartechnische Innovationen und führte die Anbau - und Verarbeitungsabläufe auf ein weltweit vorbildliches Leistungsniveau. Mit durchschnittlich 1600 Kilogramm werden hier die höchsten Erträge pro Hektar überhaupt erzielt. Die etwa 300 Arabica - Spitzensorten begeistern selbst die anspruchvollsten Kaffeekenner. Die besten Anbaugebiete sind , Naranjo, Tarrazu und Tres Ríos. Viele halten diesen Kaffee für den besten der Welt. Diese Kaffees zeichnen sich besonders aus durch vollen würzigen Körper und einen hohen Anteil an Säure, aber nicht dominant, jede Tasse ist ein besonderer Genuss. Strenge Wasserverordnungen und Umweltschutzauflagen tragen ebenso zur hervorragenden Qualität der Bohnen bei wie die günstigen klimatischen Bedingungen, 1996 lag der Ertrag an Kaffeebohnen bei 2,55 Millionen Sack

Die Kultivierung

Der Kaffee kam erst spät im 18. Jahrhundert von der Karibik nach Costa Rica. Die Kultivierung der Kaffeepflanze kam erst sehr langsam voran, vor allem in der Valle Central. Costa Rica war das erste Land Mittelamerikas welches Kaffeeanbau als Industrie etablierte. Der erste Export von Kaffee ging im Jahr 1820 nach Panamá, dies war der erste Schritt welcher später das Leben der ganzen Bevölkerung Costa Ricas änderte. Im Jahr 1832 exportierte Costa Rica Qualitäts-Kaffee, vor allem nach Chile, wo er umgepackt wurde um nach England unter dem Markennamen "Café Chileno de Valparaíso" verkauft zu werden.

Erst im Jahre 1843, als eine Gruppe von Visionären das komplexe Geschäft des Exports von Kaffee nach London erkannte, sollte sich alles ändern. Der Kapitän "William Le Lacheur Lyon" des englischen Schiffes "The Monarch" machte es möglich die ersten Kaffeesäcke von Costa Rica direkt nach London zu exportieren. Costa Rica wurde international bekannt.

Der Lebenstandard steigt

Dank des Kaffees wurde Costa Rica modernisiert, die gehobene Gesellschaft konnte nun Studenten nach Europa schicken, welche dann als Doktoren und Ingenieure zurückkamen. Der Lebenstandard in Costa Rica ist Dank des Kaffees steil angewachsen. Die neuen Einkommen durch den Export von Kaffee ermöglichten es im Jahre 1890 eine Eisenbahnlinie von San José an die Atlantikküste zu bauen. die "Ferrocarril al Atlántico". Die Kaffeefarmer bauten mit vereinter Kraft sieben Jahre später in der Hauptstadt das Nationaltheater (Teatro Nacional).

Auch Dank des Kaffees ist Costa Rica eine der ältesten und stabilsten Demokratien in Mittel- u. Südamerika. Die Todesstrafe wurde im Jahre 1870 abgeschafft und das Militär im Jahre 1948. Friede und Gelassenheit sind im ganzen Land anzutreffen. Costa Rica Kaffee wächst in einem friedvollen Land, umgeben von einer atemberaubenden Flora und Fauna. 21% der Landesfläche Costa Ricas sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Bedingungen

Costa Rica und Kaffee sind wie für einander gemacht. Die Böden haben die richtige Säure durch vulkanische Asche, sind reich an organischen Substanzen was den Kaffeepflanzungen sehr zugute kommt. So werden Feuchtigkeit und Sauerstoff für die Kaffeepflanzen leicht zugänglich. Diese Kombination und das einzigartige Klima zwischen zwei Weltmeeren macht Costa Rica Kaffee zum Diamanten unter den Kaffees dieser Welt. Mehr als 70% der gesamten Kaffeeproduktion kommen aus dem Hochland, in Höhenlagen von 1000 bis 1700 Meter über dem Meeresspiegel. Temperaturen im Idealbereich zwischen 17 und 23 Grad Celsius im Durchschnitt, Sonnenlicht und Regenfall in optimaler Kombination machen es möglich, das der Kaffee im Freien wächst unter Bedingungen wie es ein Gewächshaus nicht besser bieten könnte.

Technische Unterstützung, Saatgutauslese und landwirtschaftliche Errungenschaften machen es möglich, auf einem Hektar im Durchschnitt ca. 1600 Kilogramm Rohkaffee zu ernten, doppelt so viel wie in jedem anderen Kaffeeanbauland möglich sind. Auch die Aufbereitung und Weiterverarbeitung von Kaffee ist in Costa Rica auf einem sehr fortgeschrittenen Stand. Costa Rica ist das einzige Land in dem gesetzlich vorgeschrieben wird, dass nur Arabica Pflanzen angebaut werden dürfen.

Kaffeebohne

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Die Kaffeebohne (arab.: qahwa „Kaffee“ und arab.: bunn „Beere“), auch „Perlbohne“, ist eine volksetymologische Lehnübersetzung. Der Samen der Kaffeepflanze ist botanisch keine Bohne. Die Früchte sind rote, kirschenähnliche Steinfrüchte (Kaffeekirschen) mit meist zwei Steinkernen, die mit ihren abgeflachten Seiten zueinander liegen. Diese Steinkerne sind die eigentlichen „Kaffeebohnen“.

Diese Steinkerne sind die Samen der Kaffeepflanzen und bestehen größtenteils aus Nährgewebe, das unter anderem auch Koffein in Mengen von etwa 0,8–2,5 % enthält.

Kaffeesorten gehören zur Gattung Coffea aus der Familie der Rubiaceae (Rötegewächse/ Krappgewächse).

Kaffeesorten

Anbaugebiete der verschiedenen Kaffeesorten:
r – robusta, a – arabica, m – Mix aus beidem

Es gibt vierzig verschiedene KaffeeSorten. In den letzten Jahrzehnten hat sich allerdings das Angebot hauptsächlich auf die beiden Sorten Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora) robusta) reduziert.

Arabica ist die wichtigste Kaffeesorte. Sie macht 60 Prozent des Welthandels aus und wächst im Hochland zum Beispiel in Kenia, Kolumbien und Mittelamerika und damit natürlich auch in Costa Rica.

Robusta ist schnellwüchsiger, ertragreicher und widerstandsfähiger als die Arabica-Sorte. Sie wächst in Gebieten bis 600 Metern Höhe. Robusta wird vor allem für die Zubereitung von Espresso benutzt, da sie die Bildung der Crema unterstützt.

Darüberhinaus gibt es noch:

  • Coffea liberica – Strauch wird bis zu 18 Meter hoch und hat große Bohnen (bis zu 2 Zentimeter Durchmesser). Kultivierung ist sehr problematisch, die Qualität eher minderwertig. Werden daher immer weniger angepflanzt.
  • Coffea excelsa – ähnelt in Größe und Bohnen Robusta, in Wuchs und Blättern der Liberica. Qualität ist unterschiedlich.

Diese Sorten kommen nur in einigen Ländern wie Liberia, Sierra Leone, der Zentralafrikanischen Republik und Benin vor, sowie auf den Philippinen, Indonesien und Vietnam. Die erzeugten Mengen sind vergleichsweise unbedeutend.

Weblinks

Literatur

  • Stewart Lee Allen: Ein teuflisches Zeug. Auf abenteuerlicher Reise durch die Geschichte des Kaffees. Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37290-8
  • Daniela U. Ball (Hrsg.): Kaffee im Spiegel europäischer Trinksitten. Johann-Jacobs-Museum, Zürich 1991. ISBN 3-906554-06-6
  • Ulla Heise: Kaffee und Kaffeehaus. Eine Geschichte des Kaffees. Insel, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3458344950
  • Cornelia Teufl, Stephan Clauss: Coffee. Zabert Sandmann, München 2004, ISBN 3898830772
  • Kaffee – Eine coffeinhaltige Literaturmischung, mit Beiträgen von Jean Anthelme Brillat-Savarin, Heinrich Eduard Jacob, Joseph Roth, Honoré de Balzac, Ralf Kramp, Hermann Harry Schmitz und Eugen Roth. Gesprochen von Brita Sommer und Till Hagen, Gesamtspieldauer: 79:40 Minuten. Berlin: O-Ton-Produktion, 2007. ISBN 3981025679.