Indigene Völker

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Traditionelle Grashütte der Maleku, außerhalb von La Fortuna

Die indigenen Völker Costa Ricas (vorrangig noch an der Karibik und dem östlichen Teil der Cordillera de Talamanca) sind der Teil der Bevölkerung, der sich historisch auf die vorkolonialen Völker im amerikanischen Kontinent bezieht, das heißt die "Ureinwohner des Subkontinents".

Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Indígenas ist ein spanisches Lehnwort, das die Gemeinschaften von Ureinwohnern einer Region oder eines Landes bezeichnet. In Lateinamerika steht der Ausdruck indigene Bevölkerung für alle Nachkommen der Bevölkerung aus der Zeit vor Columbus. Indígenas ersetzt damit Begriffe wie Indios oder Indianer, die darauf zurückgehen, dass die Eroberer Amerika mit Indien verwechselten. Darüber hinaus werden Bezeichnungen wie „Indio“ oder „Indianer“ in den Ländern Lateinamerikas als diskriminierend empfunden.

Indigene Völker ist eine relativ junge Lehnübersetzung wahrscheinlich vom spanischen Pueblos indígenas und bezeichnet Gemeinschaften von Ureinwohnern einer Region oder eines Landes. Der Ausdruck „Indigene Völker“ hat in Lateinamerika als Sammelbezeichnung für alle Nachkommen der vorkolumbischen Bevölkerung die auf Columbus' Verwechslung mit Indien beruhenden Begriffe Indios/Indianer ersetzt.

In internationalen politischen Kontexten ist Indigene Völker/Indigenous Peoples/Pueblos Indígenas die übliche Sammelbezeichnung für Ureinwohnervölker aller Kontinente, während im nationalen Rahmen oft andere Sammelbegriffe verwendet werden (z. B. Aborigines, Native Americans, First Nations, Adivasi).

Herkunft

Bereits vor mehr als 20.000 Jahren war Mittelamerika dünn besiedelt.

Im südöstlichen Arizona siedelten sich vor 15. 000 Jahren die Cochise an, die sich hauptsächlich von Wurzeln, Beeren und Früchten ernährten.

Die ältesten Funde sind Speerspitzen und Steinschaber aus Chalcedon. In einem Mammutskelett, im Norden Mexikos, fanden sich gleich fünf Speerspitzen zugleich. Das Wild wurde um 10. 000 Jahre vor Christus erlegt, wie der Radiokarbontest ergab. Die Ureinwohner erlegten in der Gegend um Neu-Mexiko den Bison, das Mastradon, den Mammut und Wildpferde, das später ausstarb. Im heutigen Mittelamerika, im Raum Honduras und Salvador, jagte er um 8000 v. Ch. die Mammuts, um 6000 herum baute er den Kürbis an, und ab 3600 Jahren vor unserer Zeitrechnung wurde der Mais kultiviert, die grundlegende Bedingung für die Sesshaftigkeit, der Beginn der Kultivierung des roten Menschen.

Doch sie waren die Kulturschaffer, die Vorbereiter der einzigartigen Hochkultur der Mexikatl, Quiches und Tolteken. Sie waren die guten Menschen aus dem Gummiland. Mit ihnen begann die kulturelle Geschichte des roten Menschen. Wie sie sich selber nannten, ist unbekannt. Wir kennen ihren Namen durch die Mexikatl.

Vor etwa 6000 Jahren kamen die Olmecen bis nach Costa Rica. Diese Behauptung wurde viele Jahre hinweg durch die Archäologen belächelt und als Legende abgetan. In den 1970er Jahren fand man an der Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica mehrere der berühmten großen Steinköpfe der Olmecen.

Aber auch die Mexicatl, die unter dem falschem Namen „Azteken“ einen verheerenden Ruf bekamen, wanderten nachweisbar bis nach Costa Rica. Von daher sind die Sprachen der costaricanischen Stämme wie etwa Bribri, Maleku oder Boruca oft mit dem Nahua durchdrungen.

Die großte ethnische Gruppe sind die Bribri, die in den Bergen der Cordillera de Talamanca leben. Sie waren, wie die Maleku., ein reiner Kriegerstamm und haben bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hinein blutigen Widerstand den Spaniern gegenüber geleistet.

Das USURE, der Tempel, ist das wichtigste Bauwerk der Bribri.

Gegenwart

Der größte Teil der Indígenas lebt heute in den indigenen Territorien, die 1977 eingerichtet wurden. Im Jahr 1992 erfolgte in Costa Rica eine Reformierung der Gesetzgebung, welche eine sozial- und kulturpolitische Besserstellung garantieren sollte. Nun können Indigene z.B. Pässe erhalten. Ein Artikel aus der TicoTimes (siehe Weblinks) beleuchtet die Situation der Indigenen und Migrant/-innen, die häufig von den Basisversorgungen ausgeschlossen sind. Einen sehr ausführlichen Überblick über die rechtliche Situation der Indigenen gibt das Dokument Pueblos Indígenas de Costa Rica: 10 años de Jurisprudencia Constitucional (siehe Weblinks). Die zentralamerikanische Indigenen- und Bauernorganisation ACICAFOC bietet umfangreiches Material zum Thema. Hier gibt es eine Übersicht über die verschiedenen indigenen Organisationen im Land.

Boruca

Im Süden Costa Ricas, wenn man von San Isidro de El General in Richtung Panamá fährt, kreuzt man Buenos Aires. Danach beginnt das Reservat der Brunca (Boruca).

Auch hier wurde die traditionelle Lebensweise der Indios durch Kolonisation und Neuzeit massiv gestört. Die Brunca haben sich in verschiedene Dörfer aufgespaltet, jedoch einmal im Jahr, Januar oder Februar, je nach Stand des Mondes, kommen sie zusammen und feiern ein mehr als 500 Jahre altes traditionelles Fest...........zum Hauptartikel

Bribri

Die Bribri sind ein kleiner indianischer Stamm in Costa Rica mit eigener Sprache (Bribri). Es leben ungefähr 5200 Bribri in einem Dorf und einer ursprünglichen Siedlung im Regenwald. Diese Siedlung ist ungefähr zwei Tagesmärsche von dem Dorf entfernt und nicht über einen Weg erreichbar. ..........zum Hauptartikel

Chorotega

Die Ethnologen der Welt sind sich darüber einig, dass die kunstvolle Keramik der Chorotega gleichwertig mit der aztekischen zu betrachten ist.

Dennoch hat sich aufgrund der Kolonisation die orginäre Kultur der Chorotega verloren. ..........zum Hauptartikel

Guaymí

Die Guaymí oder Ngobe-Bugle (neue Selbstbezeichnung als zusammenfassender Begriff aus den Unterethnien Ngobe oder Ngäbe und Bugle) sind ein indigenes Volk in Panamá und Costa Rica. Sie leben insbesondere in den abgelegenen Gebieten des Territoriums Ngöbe-Buglé, das aus Teilen der Provinzen Bocas del Toro, Chiriquí und Veraguas gebildet wurde. ..........zum Hauptartikel

Maleku

Die Maleku im Norden Costa Ricas sind die einzigen Indios Costa Ricas, die sowohl ihre Sprache wie auch ihre Zeremonien beibehalten haben. Ihre Sprache "Maleku" entstammt aztekischen und dem Maya-Dialekt.

Sie leben in einem Schutzgebiet, das teils aus Urwald besteht, teils durch illegale Eindringlinge abgeholzt wurde. In der Hauptsache ernähren sich die Ureinwohner vom Fischfang, Ackerbau, aber auch als Helfer für weiter gelegene Ranchos und Hotels...........zum Hauptartikel

Naso (Teribe)

Naso (auch Teribe, Naso-Teribe, Tjer-di oder Térraba) ist der Name eines indigenen Volkes in Mittelamerika.

Ihr Siedlungsgebiet liegt im Nordwesten Panamás, vor allem im Westen der Provinz Bocas del Toro, in einem Gebiet von ca. 1.300 km², das einen Großteil des Beckens der Flüsse Río Teribe und San San umfasst. ..........zum Hauptartikel

Indigene Sprachfamilien

Huetar

Huetar ist eine Sprachfamilie in Mittelamerika. Sie kommt hauptsächlich in Costa Rica vor. Sie gehört zu den indigenen amerikanischen Sprachen. Es handelt sich um ein Sprachenisolat.

Es lässt sich nicht mehr genau feststellen, wo genau sich die Huetar in Costa Rica aufhielten

Einige Stämme der Huetares, die des Häuptlings Garabito, schienen sich in der Gegend des Pazifiks aufgehalten zu haben, andere Stämme, die des Häuptling Pacaca, hielten sich wohl an den Flussufern des Río Virilla in der Nähe des Cerro Chirripó auf.

Chibcha

Chibcha ist eine Sprachfamilie in Amerika. Sie kommt hauptsächlich in Mittelamerika und Südamerika vor. Sie gehört zu den indigenen amerikanischen Sprachen.

Teribe (Sprache)

Teribe oder Naso (Eigenbezeichnung) ist eine in Panamá und in sehr beschränktem Maße auch in Costa Rica gesprochene Chibcha-Sprache, innerhalb derer sie zur Gruppe der Talamanca-Sprachen gehört.

Guaymi

Sprachlich zerfallen die Guaymí in zwei sehr unterschiedlich große lokale Varianten : Buglere mit 2.500 Sprechern und Ngäbere, welche mit rund 130.000 Sprechern die am meisten gesprochene Sprache der Chibcha-Sprachen ist.

Bedrohte Sprachen

Im neuesten Atlas der bedrohten Sprachen, herausgegeben 2009 von der UNESCO, stehen neun in Costa Rica vom Aussterben bedrohte Sprachen auf der Liste: Guaymí, Bribri, Cabécar, Criolla limonense, Ngäbere und Guatuso. Am schlimmsten bedroht sind Boruca, Teribe und Chorotega.

Bedroht sind die Sprachen vielfach auch daher, dass sie nur noch in kleinen Gruppen gesprochen werden. Gegenüber den 97% der Bevölkerung in Costa Rica, die die spanische Sprache ausüben, haben diese meist indigenen Gruppen einen deutlichen Nachteil. Die Behörden sind sich der Situation bewusst und versuchen den Weg des Bilinguismus einzuschlagen, um so das Überleben der Sprachen zu sichern.

Von den heute noch etwa 6.000 existenten Sprachen in der Welt sind im Laufe der letzten drei Generationen 200 Sprachen ausgestorben, 538 befinden sich in einer kritischen Situation, 502 sind ernsthaft bedroht, 632 in Gefahr und 607 in einer verwundbaren Situation. In vielen Fällen sprechen die Kinder schon nicht mehr die elterliche Sprache. Oftmals sind es nur noch die Grosseltern, die die einheimische Sprache dominieren und diese schon nicht mehr an ihre Kinder weitergegeben haben.

Weblinks

Quellen