Harpyie

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Harpyie
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Harpyie (Harpia harpyja)

Reich: Tiere (Animalia)
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Stamm: Chordatiere (Chordata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Gattung: Harpyien (Harpia)
Art: (Foto) Harpyie
Wissenschaftlicher Name

Harpia harpyja

Gefährdungsstufe

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IUCN

Verbreitungsgebiet
imposanter Greifvogel

Die Harpyie (lat.: Harpia harpyja) ist ein außergewöhnlich kräftiger Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen, der in Süd- und Mittelamerika auch Waldadler genannt wird. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 200 Zentimetern und einer Körperlänge von 102 Zentimetern zählt die Harpyie zu den größten Greifvögeln der Welt. Der Vogel erreicht ein Gewicht von bis zu 10 Kilogramm, so ist die Harpyie in der Lage, auch schwerere Säugetiere, wie Affen, Faultiere und Agutis zu reißen.

Die Harpyie ist der Nationalvogel der Republik Panamá.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Harpyie erstreckt sich von Süd-Mexiko über ganz Mittelamerika und das nördliche und mittlere Südamerika bis Süd-Brasilien und Nordost-Argentinien. In diesem großen Gebiet bewohnt die Harpyie die subtropischen Wälder und die tropischen Regenwälder des Flach- und Hügellandes bis in etwa 900 Metern Höhe, lokal auch bis 2000 Meter Höhe.

Die Harpyie kommt in Costa Rica vereinzelt im Nationalpark Corcovado auf der Osa Halbinsel vor. Die kleine Population erholt sich in der letzten Zeit und man geht davon aus, dass in Costa Rica dauerhaft drei Brutpaare leben.

Ernährung

Der Körperbau der Harpyie ermöglicht das Erjagen von Tieren in den dicht bewachsenen Baumkronen des Regenwaldes. Die Harpyie jagt vor allem Säugetiere wie Faultiere und Affen, seltener auch andere Arten, wie z. B. Agutis, Nasenbären und Opossums. Daneben wird zumindest gelegentlich ein breites Spektrum größerer Wirbeltiere genutzt, hierzu gehören größere Vögel, Echsen und Schlangen. Die Beute wird mit den außerordentlich kräftigen Zehen und Krallen getötet.

Das Gewicht der Beutetiere ist bei Männchen deutlich geringer als bei Weibchen, Männchen erbeuten 0,5-2,3 Kilogramm schwere Beutetiere, Weibchen Tiere mit einem Gewicht von 2,7-9 Kilogramm. Tiere mit einem Gewicht von über 1 Kilogramm (Männchen) bzw. über 4 Kilogramm (Weibchen) werden zerlegt und in Teilen zum Nest transportiert.

Fortpflanzung

Trotz des vergleichsweise riesigen Verbreitungsareals und der Größe des Vogels sind Angaben zur Brutbiologie im Freiland sehr spärlich. Das Nest wird in Höhen von 25 bis 55 Metern in der Krone dominanter Bäume gebaut, z. B. in Kapokbäumen oder in Amerikanischen Mahagonibäumen. Der Horst misst ca. 1,2 bis 1,5 Meter im Durchmesser und 0,6 bis 1,2 Meter in der Höhe. Das Gelege besteht aus ein bis drei weißen Eiern und wird fast ausschließlich vom Weibchen bebrütet. Die Brutzeit beträgt etwa 56 Tage. Dies ist die längste bisher für Greifvögel bekannte Brutzeit.

Wenn die Jungvögel geschlüpft sind, werden sie bis zum Alter von ca. 70 Tagen vom Weibchen bewacht. Das Männchen versorgt die Jungtiere und das Weibchen während dieser Zeit mit Nahrung. Während der Brutzeit bringt das Männchen etwa alle 7 Tage Beute, während der Jungenaufzucht etwa alle 3,5 Tage. Wenn die Jungvögel über 70 Tage alt sind, jagt das Weibchen ebenfalls. Sie erhalten dann etwa alle 2,5 Tage ein Beutetier. Nach 5 bis 6 Monaten sind die Jungadler flügge und erst nach mindestens weiteren 8-10 Monaten selbstständig. Erst mit 4 Jahren werden sie geschlechtsreif. Bedingt durch die lange Aufzuchtphase brüten Harpyien nur etwa alle zwei Jahre.

Ursprung des Namens

Der Begriff Harpyie stammt aus der griechischen Mythologie. Die Harpyien der Griechen waren vogelähnliche Dämonen des Sturms. Sie hatten den Körper eines Greifvogels, einen Frauenkopf und die Arme einer jungen, ausgemergelten Frau. Es waren schreckliche Ungeheuer, die Nahrung und Kinder stahlen. Harpyie kann mit Rafferin übersetzt werden.

Weblinks


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Literaturempfehlungen zu Vögeln
  • Steven L. Hilty: Birds of Venezuela. Christopher Helm Publishers Ltd, 2002, ISBN 0-7136-6418-5
  • Richard Ffrench: A Guide to the Birds of Trinidad and Tobago. Christopher Helm Publishers Ltd, 2003, ISBN 0-7136-6759-1
  • Fry, Fry und Harris: Kingfishers, Bee-eaters and Rollers ISBN 0-7136-5206-3
  • Hilty: Birds of Venezuela ISBN 0-7136-6418-5
  • Stiles and Skutch: A guide to the birds of Costa Rica ISBN 0-8014-9600-4
  • Robert S. Ridgely A Guide to the Birds of Panama: With Costa Rica, Nicaragua, and Honduras ISBN 0691025126
  • David Attenborough: Das geheime Leben der Vögel. Verlag: Scherz (1999) ISBN 3502150303
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Ferguson-Lees & Christie: Die Greifvögel der Welt (deutsch von Volker und Jochen Dierschke). Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-440-11509-1
  • Josep del Hoyo et al.: Handbook of the Birds of the World, Band 2 (New World Vultures to Guinea Fowl). Lynx Edicions, 1994, ISBN 84-87334-15-6
  • New World Warblers (New Mermaids) von Jon Curson, 1994, ISBN 0-7136-3932-6
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X
  • Thomas Schulenberg, Douglas F. Stotz, Daniel F. Lane: Birds of Peru, Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0691049151
  • Robert S. Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide, Vol. 2, Cornell University Press, 2001, ISBN 978-0-8014-8721-7
  • Steve N. G. Howell, Sophie Webb: A Guide to the Birds of Mexico and Northern Central America, Oxford University Press, 1995, ISBN 978-0198540120
  • David Burnie, Ben Hoare, Audobon: Bird, 2007, ISBN 978-0756631536
  • Steven L. Hilty, William L. Brown: A Guide to the Birds of Colombia. Princeton University Press, 1986, ISBN 978-0691083728