Erdbeben

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Ausschlag des Seismografen der Arenal-Station am 08.01.2009

Erdbeben entstehen durch dynamische Prozesse der Erde. Eine Folge dieser dynamischen Prozesse ist die Plattentektonik, also die Bewegungen der Erdplatten.

Insbesondere an den Plattengrenzen (für Costa Rica relevant sind die Cocos-Platte, die Pazifische Platte, die Karibische Platte und die Nazca-Platte), wo sich verschiedene Platten auseinander, aufeinander zu oder aneinander vorbei bewegen, kommt es zum Aufbau von Spannungen innerhalb des Gesteins, wenn sich die Platten in ihrer Bewegung verhaken und verkanten. Wird die Spannung zu groß, entladen sich diese Spannungen durch ruckartige Bewegungen der Erdkruste, und es kommt zum Erdbeben. Die dabei freigesetzte Energie kann die einer Wasserstoffbombe um das Hundertfache übertreffen. Da die aufgebaute Spannung nicht auf die unmittelbare Nähe der Plattengrenze beschränkt ist, kann der Entlastungsbruch in seltenen Fällen auch im Inneren der Platte auftreten, wenn das Krustengestein eine Schwächezone aufweist.

Die meisten großen Erdbeben der Welt treten entlang dem aktiven Teil der Schubstellen an den Subduktionzonen auf. Die grundlegenden seismologischen Eigenschaften einer Plattenverschiebung in dieser Region, auch seismogene Zonen genannt, sind noch nicht abschließend erforscht. Diese Regionen sind schwierig zu studieren, weil die seismischen Aktivitäen küstenfern stattfinden. Jedoch liegt die Halbinsel Nicoya in Costa Rica direkt über einer aktiven seismogenen Zone und eignet sich somit sehr gut für eine Studie.

Zum Thema Erdbeben siehe auch diese Artikel: Cocos-Platte, Karibische Platte, Nazca-Platte.

Größere Erdbeben in Costa Ricas jüngerer Vergangenheit

  • Am 20.7.2008 gegen 20.30 gab es ein Erdbeben der Stärke 4.7 mit mind. 4 spürbaren Nachbeben in Guanacaste. Die Schäden waren gering - einige wenige Häuser haben kleine Risse bekommen und Bücherregale sind umgefallen.
  • Am 08.01.2009 gab es ein Erdbeben der Stärke 6,1 in der Nähe von Vara Blanca, nördlich von Alajuela am Fuße des Vulkan Poás nur 4,5 km unter der Erdoberfläche. 40 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Das Beben dauerte 40 Sekunden an. Die Grafik rechts zeigt einen starken Ausschlag des Arenal-Seismografen. Der durch das Beben verursachte Schaden belief sich nach Regierungsangaben auf mindestens 100 Mio. US-$.
  • Am 11.03.2009 bebte in der Gegend Golfito die Erde. Das Beben hatte ein Stärke von 6,3. Das Epizentrum befand sich in 17 km Tiefe, 20 km südsüdwestlich von Golfito. Über größere Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Im Golfo Dulce wurden aufsteigende Gasblasen (vermutlich Methangas) beobachtet
  • Bei einem Erdbeben der Stärke 5,0 am 13.11.2009 ist eine Frau ums Leben gekommen. Zwei Menschen werden noch vermisst. Wie die Behörden weiter mitteilten, erschütterte das Beben weite Teile des mittelamerikanischen Landes. Das Epizentrum habe sich etwa 100 Kilometer südöstlich von San José befunden. Die junge Frau sei von einem durch das Beben ausgelösten Erdrutsch verschüttet worden. Über weitere Schäden ist bisher nichts bekannt.
  • Ein starkes Beben erschütterte Costa Rica in der Nacht auf den 09.10.2010. Das Beben der Stärke 5,9 ereignete sich um 01:54:06 UTC in einer Tiefe von 98 Kilometern. Bisher gibt es keine Meldungen über Schäden oder Opfer. Augenzeugen berichten, dass das Beben in weiten Teilen des Landes zu spüren war. Telefon und Funkverkehr waren unterbrochen, Tische stürzten um, Gegenstände fielen aus den Regalen und Schränken.
  • Ein Erdbeben der Stärke 5,9 hat 14.05.2011 weite Teile Costa Ricas erschüttert. Nach ersten Berichten wurden keine Schäden gemeldet. Das Epizentrum des starken Erdstoßes, der in der Hauptstadt San José Panik auslöste, befand sich sechs Kilometer nördlich der Stadt Santiago de Puriscal und rund 50 Kilometer südlich von San José. Vor zwei Jahren hatte zuletzt ein Beben der Stärke 7,0 im Gebiet des Vulkans Poas nördlich von San José erhebliche Schäden verursacht. Damals waren mehr als 20 Menschen getötet worden.
  • Erdbeben der Stärke 7,6 am 05.09.2012 140 km westlich von San José auf der Halbinsel Nicoya
  • Ein Erdbeben der Stärke 6,6 hat Costa Rica am 24.10.2012 erschüttert. Nach Behördenangaben gab es zunächst keine Berichte über Schäden oder Verletzte in dem mittelamerikanischen Land. Das Epizentrum habe auf der Halbinsel Nicoya an der Pazifikküste gelegen. Das Beben sei bis in die Hauptstadt San José und in Nicaragua spürbar gewesen. Das Rote Kreuz berichtet, dass Menschen vor allem in der Provinz Guanacaste in Panik geraten seien. Dort war das Beben am stärksten zu spüren.


Historisches Erdbeben von 1991

Historic Earthquakes

Costa Rica, 1991 April 22 21:56 UTC, Magnitude 7.6)

Forty-seven people killed, 109 injured, 7,439 homeless and severe damage (IX) in the Limon-Pandora area. Intensity X was observed in some zones of liquefaction within the epicentral area. Some damage (VI) also occurred in the San Jose-Alajuela area and landslides blocked roads between Limon and central Costa Rica. Twenty-eight people killed, 454 injured, 2,400 homeless and 866 buildings destroyed (VII-VIII) in the Guabito-Almirante-Bocas del Toro area, Panamá. Slight damage (VI) also occurred at David and Puerto Armuelles, Panamá. Felt (IV) at Colon and (III) at Panamá City. Felt (III) in eastern El Salvador and (II) at San Salvador. Also felt in Nicaragua and Honduras and on San Andres Island, Colombia. Maximum uplift of 1.4 meters was observed near Limon and sandblows and liquefaction caused subsidence of soils in the Bocas del Toro area. Ground cracks also occurred in the epicentral area. A 2-meter tsunami with maximum runup of 300 meters was observed in the Cahuita-Puerto Viejo area, Costa Rica. Tsunamis were also reported on Bastimentos, Carenero and Colon Islands and at Portobelo, Panamá. The maximum amplitude of the tsunami in Panamá was about 0.6 m. A 7-cm tsunami (peak-to-trough) was recorded on the tide gauge at Cristobal, Panamá. Damage in Costa Rica estimated to be about 43 million U.S. dollars.

siehe auch Hauptartikel:

Erdbebenstärke (Einteilung)

Die nachfolgende Tabelle beschreibt die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums in Abhängigkeit von der Magnitude. (Die Intensität und damit auch die Effekte hängen nicht nur von der Magnitude ab, sondern auch von der Entfernung zum Epizentrum, der Tiefe des Bebens und den geologischen Bedingungen)

Richter Magnituden Einteilung der Erdbebenstärke Erdbebenauswirkungen Häufigkeit der Ereignisse (weltweit)
Weniger als 2.0 Mikro Nur mit Instrumenten nachweisbar ca. 8.000 Mal pro Tag
2.0-2.9 Extrem leicht Von wenigen ruhenden Personen wahrnehmbar (obere Geschosse von Hochhäusern) ca. 1.000 Mal pro Tag
3.0-3.9 Sehr leicht In Häusern wahrnehmbar, jedoch oft nicht als Erdbeben identifiziert. Vibrationen, wie bei vorbeifahrenden Fahrzeugen ca. 49.000 Mal pro Jahr (vermutet)
4.0-4.9 Leicht Sichtbares Bewegen von Zimmergegenständen, Erschütterungsgeräusche. Meist keine Schäden. ca. 6.200 Mal pro Jahr (vermutet)
5.0-5.9 Mittel Bei anfälligen Gebäuden ernste Schäden, bei robusten Gebäuden leichte oder keine Schäden. ca. 800 Mal pro Jahr
6.0-6.9 Stark Zerstörung im Umkreis von bis zu 70 Kilometern. ca. 120 pro Jahr
7.0-7.9 Groß Zerstörung über weite Gebiete. ca. 18 pro Jahr
8.0-8.9 Sehr groß Zerstörung in Bereichen von einigen hundert Kilometern ca. 1 pro Jahr
9.0-9.9 Extrem groß Zerstörung in Bereichen von tausenden Kilometern. ca. alle 1 bis 20 Jahre
10.0+ Globale Katastrophe Niemals registriert


Zusätzlich zu den Einteilungen der Richterskala gibt es eine Einteilung der Intensität eines Bebens, welche sich aus der potentiellen Erschütterung und den aufgetretenen Schäden ableiten.

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Weblinks

Literatur

  • Peter M. Shearer: Introduction to Seismology, Cambridge University Press, New York 1999, ISBN 0-521-66953-7. Wissenschaftliches Lehrbuch in engl. Sprache.
  • Thorne Lay & Terry C. Wallace: Modern Global Seismology, Academic Press, San Diego 1995, ISBN 0-12-732870-X. Umfangreiches wissenschaftliches Standardwerk in engl. Sprache.
  • Bruce A. Bolt: Erdbeben – Schlüssel zur Geodynamik, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1995, ISBN 3-86025-353-0. Eine gute Einführung auch für Laien.
  • Götz Schneider: Erdbeben – Eine Einführung für Geowissenschaftler und Bauingenieure, Spektrum Akademischer Verlag, München 2004, ISBN 3-8274-1525-X.