Dessertbananen

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Dessertbananen
Bananen.gif

Dessertbananen (Musa)

Reich: Pflanzen (Plantae)
Klasse: Einkeimblättrige (Liliopsida)
Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Bananengewächse (Musaceae)
Gattung: Bananen (Musa)
Art: (Foto) Dessertbanane
Wissenschaftlicher Name

Musa

Gefährdungsstufe

Gefahrdung .png
IUCN

Bananen aus Costa Rica - Die besten der Welt (Straßenschild bei Limón)
Bananen-Pflanze
Bananen-Staude
Bananen-Frucht
Bananen
Bananenplantage südlich von Puerto Limón
Weltbananenproduktion (Übersichtskarte)
Corbana.jpg

Die Bananen (Musa) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Bananengewächse (Musaceae) innerhalb der einkeimblättrigen Pflanzen. In der Gattung gibt es rund 100 Arten. Einige Arten bilden essbare Früchte, von denen diejenigen der Dessertbananen (Musa × paradisiaca) zum Teil für die Nahrungsmittelproduktion angebaut werden. Die essbaren Früchte haben, verglichen mit anderen Obstsorten, einen mäßigen Vitamingehalt (Vitamin C (12mg/100g), Folsäure (20µg/100g)), und enthalten Mineralstoffe (insbes. Phosphor, Eisen, Kalium, Magnesium, Mangan, Kupfer), Zucker und Ballaststoffe.

Kochbananen werden im Gegensatz zur Obstbanane nicht roh gegessen.

Bananen wachsen an Stauden

Die steifen Blätter der großen Bananenpflanze liegen so dicht aneinander, dass sie wie ein Stamm aussehen. Im Unterschied zu einem Baum besteht dieser Stamm aber nicht aus Holz, es ist ein "Scheinstamm". Die Bananenstaude hat auch keine starken, verzweigten Wurzeln wie ein Baum, sondern nur feine. Nur einmal in ihrem kurzen Leben trägt eine Bananenpflanze Früchte und stirbt danach ab. Um sich zu vermehren bildet sie Schösslinge, die sich wieder zu großen Stauden entwickeln. Eine Bananenpflanze kann je nach Sorte bis zu 6 Meter hoch werden.

Bananen stammen aus den Tropen

Die Banane stammt ursprünglich aus der südostasiatischen Inselwelt. Nach Afrika kam die Banane wohl mit Einwanderern, die Madagaskar vom heutigen Indonesien aus besiedelten und die auch den Reis nach Madagaskar brachten.

Von den Kanarischen Inseln - hier wurde die Banane von den Spaniern angepflanzt - gelangte sie auf den amerikanischen Kontinent. Im Jahre 1502 gründeten portugiesische Siedler die ersten Plantagen in der Karibik und in Mittelamerika.

Die wichtigsten Bananenlieferanten sind mittel- und südamerikanische Länder wie Ecuador, Costa Rica, Panamá oder Nicaragua. Die meisten Bananen wachsen in diesen Ländern in Plantagen.

Bananen werden immer grün geerntet

Auch in den Ländern, in denen sie wachsen, werden sie nicht an der Staude reif. Bei der Ernte sind die Bananen hart und noch nicht süss. Um die Bananen zu ernten, wird der ganze Fruchtstand, das Büschel , mit einer Machete abgeschlagen und vom Feld abtransportiert. Erst dann werden die Hände vom Büschel abgetrennt, gewaschen und in Kartons verpackt. Schließlich landen die Bananenkartons auf Schiffen und setzen ihre Reise, z.B. nach Deutschland, auf dem Ozean fort. Die Überfahrt dauert zwei Wochen und damit die Bananen nicht schon auf dem Schiff vorzeitig reif werden, greift man zu einigen Tricks. Wenn die Bananen bei uns angekommen sind, kommen sie in eine Bananenreiferei. Erst jetzt sind sie zum Verkauf in den Läden bereit.

Bananenexport

Costa Rica ist nach Ecuador der zweitgrößte Bananenexporteur der Welt. Seit 1982 fördert die Regierung im Rahmen einer vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verordneten Strukturanpassung eine Ausweitung der Plantagenproduktion. Die Kreditvergabe an Kleinbauern wurde eingestellt und der Bewegungsspielraum der Gewerkschaften vermindert. Gleichzeitig haben die großen US-Fruchtmultis in der Provinz Limón die letzten Ländereien gekauft, die noch im Besitz kleiner und mittlerer Produzenten waren. Das Anbaugebiet der Monokultur ist an der Atlantikküste Costa Ricas von 37.000 Hektar auf 55.000 Hektar gewachsen - Millionen Bananenbäume stehen dort in Reih und Glied, unterbrochen nur von Straßen, Arbeitersiedlungen und Verpackungshallen. Die Konzerne haben ihre eigene Welt geschaffen, in der die Natur im Dienst der Banane steht.

Costa Ricas Bananenplantagen

Auf Costa Ricas Bananenplantagen werden jedes Jahr pro Hektar durchschnittlich 45 Kilo Pestizide eingesetzt - mehr als zehnmal soviel wie in einem konventionellen deutschen Landwirtschaftsbetrieb. Einige der Gifte sind hierzulande verboten. Von dem übermäßigen Chemie-Einsatz profitiert auch die deutsche Industrie. Zum Beispiel hat die Firma Bayer jahrelang große Mengen der hochgiftigen Substanz Nemacur geliefert. Doch mit der Zeit werden viele Insektenarten resistent gegen die Schädlingsbekämpfungsmittel. Deshalb müssen immer neue Chemikalien eingeführt werden. Unbrauchbare Gifte verrotten in schlecht gesicherten Lagerhallen.

Handel und Absatz

Der weltweite Handel mit Bananen begann 1899, als die US-amerikanische Firma "United Fruit Company" gegründet wurde. Bis heute beherrscht dieser Konzern, der heute "Chiquita" heißt, zusammen mit zwei anderen Großkonzernen, "Dole" und "Del Monte" den Bananenanbau und -handel auf der Welt. Schon früh errichteten die "United Fruit Company" und die anderen nordamerikanischen Handelsgesellschaften große Bananenplantagen in Mittelamerika. Dabei gingen sie äußerst rücksichtslos vor und vertrieben kleine Bauern, die auf und von diesem Land lebten. Für die neuen riesigen Plantagen wurden auch große Regenwälder abgeholzt und abgebrannt. Für Anbau, Pflege und Ernte der Millionen Bananenpflanzen waren viele Arbeiter nötig. Diese gab es in großer Zahl. Sie waren bettelarm oder ehemalige Sklaven. In den Bananenplantagen bekamen sie sehr niedrige Löhne, mussten sehr lang und sehr hart arbeiten und hatten keinerlei Rechte.

Bedeutung für die Wirtschaft

Mit einem Anteil von über 7,1 % an den Exporteinnahmen insgesamt sind Bananen nach Mikroprozessor-Komponenten das zweitwichtigste Exportprodukt für die Wirtschaft Costa Ricas, und das, obwohl weniger als 1 % des Gebiets des Landes, auf das 4 % der weltweiten Biodiversität entfallen, für den Bananenanbau verwendet werden. Bananenexporte haben beträchtliche 659,1 Mio. US-Dollar Deviseneinnahmen erbracht. Insgesamt kommt der Bananensektor für 2,7 % des BIP Costa Ricas auf. Mit einem Anteil von 33,6 % an den Agrarexporten sind Bananen außerdem das wichtigste landwirtschaftliche Exportprodukt. Die Bananenindustrie Costa Ricas beschäftigt direkt und indirekt 122.700 Personen, was einem Anteil von 6,4 % an der landesweiten Gesamtbeschäftigung entspricht.

Die Macht der Bananenkonzerne

wurde immer größer. Im Gegensatz zu den Plantagenarbeitern verdienten die US-Fruchtmultis ein Vermögen mit dem begehrten Obst. Sie besaßen in den Anbauländern auch die Hafenanlagen, Eisenbahnlinien und Elektrizitätswerke. Sie kontrollierten die Polizei und die Politik. Die Länder in Mittelamerika, die bis heute die meisten Bananen für den Weltmarkt produzieren, nennt man seitdem "Bananenrepubliken". Hier leben die Menschen in völliger Armut und Rechtlosigkeit. Siehe dazu auch Chiquita Brands International

CORBANA

CORBANA - das steht für "Corporación Bananera Nacional" - ist der Nationale Bananenverband von Costa Rica. Er reguliert die Bananenindustrie Costa Ricas. CORBANA wurde im Jahr 1971 gegründet und ist ein öffentlicher, regierungsunabhängiger Verband, dessen Mission es ist, „dem Interesse der nationalen Produzenten zu dienen“. Seine wichtigsten Ziele sind die Förderung der Entwicklung der Bananenindustrie, die Beratung der Regierung zu innenpolitischen Themen, die sich möglicherweise auf die Bananenindustrie auswirken, sowie die Durchführung von Forschung im Agrarsektor

Weblinks