Costa Rica

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República de Costa Rica
Costa Rica Wappen Costa Rica Flagge
Politik
Staatsname: República de Costa Rica
(Republic of Costa Rica)
Staatsform: Demokratische präsidiale Republik
Staatsführung: Präsident Luis Guillermo Solís
Politisches System: Kongress mit 57 auf 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Parteien: Partido Unidad Social Cristiana (PUSC; christdemokr.), Partido Liberación Nacional (PLN, sozialdemokr.); Partido Acción Ciudadana (PAC, links-liberal); Partido Movimiento Libertario (ML, rechts-liberal); Partido Renovación Costarricense (PRC)
Gewerkschaften: CTRN (Confederación de Trabajadores Rerum Novarum, sozial-demokratisch, PLN-nah); CMTC (Confederación del Movimiento de Trabajadores Costarricenses, christdemokratisch) Neben der Gewerkschaftsbewegung ist im Privatsektor die sogenannte „Solidarista“-Bewegung bedeutend.
Gerichtswesen: 1 Oberster Gerichtshof (gegliedert in 5 Kammern), 4 Appellationsgerichte, 7 Provinzgerichte
Geografie
Erdteil: Mittelamerika
Geographische Lage: zwischen 8° und 11' nördlicher Breite sowie 83° und 86° westlicher Länge
Geographische Merkmale: höchster Berg –> Chirripó 3819 m
Landesfläche: 51.032 km² (Weltrang 126), davon 31% Wald, 11% Ackerland, 46% Wiesen und Weiden
Ausdehnung: NW-SO 450 km, NO-SW 200 km
Landesgrenzen: 639 km (Nicaragua 309 km, Panama 330 km)
Küste: 1.290 km
Gliederung: 7 Provinzen (Guanacaste, Alajuela, Heredia, Puntarenas, Cartago, Limón, San José), 81 Kantone, 329 Landkreise (distritos)
Hauptstadt: San José
Bevölkerung
Einwohner: ca. 4,253 Mio
Bevölkerungsdichte: 83,3 Menschen je km²
Sprache: Spanisch. Die Zweitsprache für einen Großteil der Bevölkerung ist Englisch.
Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung: Weiße 87.0%; Mestizen 7.0%; Schwarze/Mulatten 3.0%; Ostasiaten (meist Chinesen) 2.0%; Indigenas 1.0%
Religionszugehörigkeit: Katholiken 80.0%; Protestanten 15.0%; andere 5.0%
Größte Städte: San José 324,011; Puerto Limón 57,216; Alajuela 49,568; San Isidro de El General 41,912; Desamparados 39,221
Vermischtes
Zeitzone: UTC: − 06:00 Stunde
Geburtsrate je 1000 Menschen: 19,8 (Weltdurchschnitt. 25.0)
Todesrate je 1000 Menschen: 4,3 (Weltdurchschnitt 9.3)
Währung Colones
Durchschnittliches Jahreseinkommen je Einwohner: 2.550 $
Bruttoinlandsprodukt: 26,13 Milliarden US-Dollar; 5.909 US-Dollar pro Einwohner (2007)
Ausfuhrgüter: Kaffee, Ananas, Bananen, Textilien, Zucker, Rindfleisch
Einfuhrgüter: Rohmaterialien, Konsumgüter, Kapitalgüter, Erdöl
Industrie: Nahrungsmittelverarbeitung, Textilien und Kleidung, Baustoffe, Düngemittel, Kunststoffprodukte, Tourismus
Verkehr: Das Eisenbahnnetz ist 829 km, das Straßennetz 28.994 km lang. Die wichtigsten Häfen sind Limón, Puntarenas und Golfito. Ein internationaler Flughafen ist in San José.
Wichtigste Medien: Hörfunk und Fernsehen: jeweils 1 staatlicher Radio- und Fernsehsender sowie zahlreiche private TV- und Radiosender. Presse: wichtigste Tageszeitungen: La Nación, La República, La Prensa Libre
Sehenswürdigkeiten: Guayabo-Kultstätte; Poás-Vulkan, Nationalpark Manuel Antonio uvm
Nationalhymne: Melodie 1852 erstmals öffentlich gespielt, im gleichen Jahr offiziell übernommen. Heutiger Text 1903 ausgewählt, aber erst 1949 durch Dekret bestätigt.
Übersetzter Text der 1. Strophe: "Edle Heimat, dein herrliches Banner / zeig uns deines Lebens Gestalt: / Unter dem strahlenden Blau deines Himmels / Ruht der Friede weißschimmernd und rein."
Route der 4.Reise von Christoph Columbus

Die Republik Costa Rica erhielt ihren Namen vom genuesischen - in Diensten der spanischen Krone stehenden - Seefahrer Christoph Columbus (1451 - 1506), der am 12.10.1502 auf der Isla Uvita vor Puerto Limón landete und dort gut 2 Wochen blieb. Columbus nannte das Land wegen seiner vermuteten (aber tatsächlich nie gefundenen) Bodenschätze Costa Rica y Castillo de Oro (Reiche Küste und Goldene Burg).

Lage und Größe

Costa Rica relief location map.jpg

Costa Rica überdeckt eine Fläche von 51.032 km² und liegt zwischen 8°02` und 11°13` nördlicher Breite sowie 82°33` bis 85°58` westlicher Länge. Es ist somit nur unwesentlich größer als Niedersachsen oder die Schweiz und rangiert damit von der Größe her auf Platz 125 in der Weltrangliste. Costa Rica grenzt im Norden an Nicaragua und im Süden an Panamá. Im Westen wird das Land durch den Pazifischen und im Osten durch den Atlantischen Ozean (Karibisches Meer) begrenzt. Die gesamte Küstenlinie des Landes beträgt über 1.200 km, wobei die Pazifikküste alleine 1.000 km für sich verbucht. An der schmalsten Stelle beträgt die Entfernung von Küste zu Küste nur etwa 120 km. Die längste Nord-Süd-Ausdehnung des Landes beläuft sich auf 460 km. Die höchste Erhebung Costa Ricas ist der Chirripó mit 3.819 m Höhe, der längste Fluß ist der nahezu 200 km lange Río Grande de Terraba, der in einem weit verzweigten Delta (Delta Terraba) mit ausgedehnten Mangrovenwäldern westlich von Cortes in den Pazifik mündet. Der Arenal-See stellt mit 80 km² das größte Binnengewässer des Landes dar, ist jedoch künstlich aufgestaut.

Bevölkerung

Karte costarica.gif

In Costa Rica leben derzeit etwa 4,3 Mio. Einwohner, über die Hälfte davon im Zentraltal. Auf die Landesgröße bezogen ergibt sich eine Besiedlungsdichte von ca. 85 Einwohner pro km², was in etwa eine Verdoppelung zu 1981 darstellt (zum Vergleich Deutschland: 230 Einwohner pro km²). Von den Einwohnern sind 87% Weiße, 7% Mestizen (Nachkomme eines weißen und eines indianischen Elternteils), 3% Schwarze, 2% Asiaten, 1% sonstige. Unter den Costaricanern mit afrikanischer Abstammung, sind viele Nachkommen eingewanderter Arbeiter von den westindischen Inseln und sprechen daher zumeist ein englisches Kreol.

Die offizielle Religion von Costa Rica ist der Katholizismus, es herrscht aber absolute Religionsfreiheit. Die Bevölkerung Costa Ricas besteht zu 80% aus Katholiken, zu 15% aus Protestanten und lediglich 5% gehören anderen Religionsgemeinschaften an.

Die Hauptstadt ist San José mit etwa 340.000 Einwohnern. Sie liegt im zentralen Hochland, der Meseta Central.

Geologie und Landschaften

Costa Rica formt mit seinen Nachbarländern Nicaragua (gemeinsame Grenzlänge 309 km) und Panamá (gemeinsame Grenzlänge 330 km) eine Landbrücke zwischen dem Nord- und Südamerikanischen Kontinent. Die ältesten Gesteine stammen aus dem Erdmittelalter (Jura sowie Kreidezeit, ca. 150 Mio. Jahre) und wurden auf der Halbinsel Nicoya gefunden. In weiten Teilen des Landes findet man außerdem Meeressedimente aus dem Tertiär, deren Ursprung bis in das Paleozän (60 Mio. Jahre) zurückreicht. Die kontinuierliche Verbindung zwischen den nord- und südamerikanischen Landmassen besteht erst seit etwa 3 Mio. Jahren. Costa Rica gilt allgemein als das Land der Vulkane. zum Teil über 3.000 m hohe Gebirgsketten trennen die atlantischen und pazifischen Tieflandregionen und bilden eine Kontinentalscheide. Im Laufe der Jahrmillionen hat sich die Pazifische Platte unter die Karibische Platte geschoben und das Land angehoben. Als Folgen ergaben sich hieraus Erdbeben und Vulkanismus, die an einigen Stellen des Landes auch heute noch beobachtet werden können. Gebirgsketten (span. cordilleras) vulkanischen Ursprungs sind die vorherrschende Landschaftsformationen. Es umfasst 12 Vegetationszonen von Mangroven und Feuchtgebieten über Regenwälder, Nebelwälder, Trockenwälder.

Topographisch lässt sich Costa Rica in fünf Großräume gliedern: in die vulkanischen Bergketten der Cordilleras, das Valle Central mit der Hauptstadt San José, die Schwemmlandebenen der Karibikküste, die zentrale Pazifikküste und die trockene Halbinsel Nicoya im Nordwesten. In den Cordilleras gibt es eine Vielzahl noch aktiver und auch erloschener Vulkane, darunter der Vulkan Turrialba. Die drei am meisten besuchten sind der Vulkan Poás, der Vulkan Arenal und der Vulkan Irazú

Geografie

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Das Land schwingt sich sanft von der karibischen Tiefebene im Nordosten auf zur Cordillera de Guanacaste mit ihren vier Vulkanen, die sich wie ein Rückgrat von der nicaraguanischen Grenze südostwärts bis zu den höheren Zentralkordilleren zieht. Zwischen dieser Kette und der vulkanischen Cordillera de Talamanca im Südosten liegt die Meseta Central oder das Valle Central mit der Hauptstadt San José. Das Gebiet ist sowohl erdbeben- als auch eruptionsgefährdet.

Als "Garten zwischen zwei Ozeanen" wird Costa Rica aufgrund seiner Lage auch oft genannt. Costa Rica liegt in Mittelamerika, ist mit etwa 51.100 km² so groß wie die Schweiz und bildet eine natürliche Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Tief unter dem Land treffen gleich 4 Erdplatten (pazfische Cocos-Platte, Karibische Platte, Nordamerikanische Platte, Südamerikanische Platte) aufeinander, was es zu einer seismisch hoch aktiven Region macht. Der höchste Berg mit 3.819 m ist der Chirripo.

Geschichte

Politik

Administrative Gliederung Costa Ricas

Provinzen costa ricas.png

Costa Rica gliedert sich in 7 Provinzen (provincias):

  1. Alajuela (nördlich der Hauptstadt)
  2. Cartago
  3. Guanacaste (Nordwesten)
  4. Heredia
  5. Limón (Osten)
  6. Puntarenas (Südwesten)
  7. San José (Gebiet rund um die Hauptstadt)


Die Provinzen sind in Kantone (cantones) untergliedert, von denen jeder wiederum in eine unterschiedliche Anzahl Distrikte (distritos) aufgeteilt wird. Genauso wie die Provinzen sind alle Kantone und Distrikte innerhalb ihrer nächsthöheren Verwaltungseinheit durchnummeriert. Insgesamt gibt es 81 Kantone und 470 Distrikte

Die einzelnen Provinzen werden von Gouverneuren regiert, die der Präsident ernennt.

Costa Rica ist außerdem in sechs Regionen (regiones) unterteilt: Central, Chorotega, Pacífico Central, Brunca (auch Pacífico Sur), Huetar Atlántica und Huetar Norte. Diese Regionen sind im Gegensatz zu den Provinzen keine Verwaltungseinheiten, sondern die Unterteilung wurde zum Zweck sozioökonomischer Untersuchungen vorgenommen. Jede Region umfasst mehrere Kantone verschiedener benachbarter Provinzen. Die Namen Chorotega, Brunca und Huetar sind abgeleitet von den gleichnamigen indigenen Völkern.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Wirtschaft Costa Ricas ist traditionell exportorientiert, bekannteste Exportgüter sind bzw. waren Kaffee und Bananen, die noch heute das Bild des Landes im Ausland prägen. Wenige wissen, dass Computerchips als Exportprodukt aus Costa Rica inzwischen viel wichtiger sind.

Zwar stellt der Export von Gütern und Dienstleistungen noch immer den dynamischsten Faktor der costaricanischen Wirtschaftsentwicklung dar. Die Bedeutung der traditionellen Agrar-Exportgüter (Bananen, Kaffee, Fleisch und Zucker) geht dabei jedoch immer mehr zurück; sie stellen nurmehr rund 15 % der Gesamtausfuhren (2000), während die sogenannten nicht-traditionellen Produkte (u.a. Früchte, Pflanzen, Medikamente, medizinische Geräte, Textilien; vor allem aber elektronische Bauteile) bereits auf 85 % des costaricanischen Exports kommen.

Die Stromspannung beträgt allgemein 110 Volt / 60 Hz.


Gesundheitswesen

Maße und Gewichte

Wie in Mitteleuropa gilt in Costa Rica bis auf wenige Ausnahmen das metrische System. Hier verwendet man also Kilometer, Meter, Liter usw.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Costa Rica ist seit 1990 Mitglied des GATTGATT und war 1995 Gründungsmitglied der WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano), dem auch Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua angehören. Freihandelsabkommen bestehen mit Chile, Mexiko, der Dominikanischen Republik, Kanada und Caricom. Das Anfang 2004 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen den zentralamerikanischen Staaten und den USA wurde im Oktober 2007 durch einen Volksentscheid knapp angenommen (CAFTA, spanisch T.L.C.). Das im August 2007 unterzeichnete Freihandelsabkommen mit dem Nachbarstaat Panamá muss noch ratifiziert werden.

Wichtige Medien

Hörfunk und Fernsehen: jeweils 1 staatlicher Radio- und Fernsehsender sowie zahlreiche private TV- und Radiosender. Presse: wichtigste Tageszeitungen: La Nación, La República, La Prensa Libre

Welterbe

Zum Welterbe gehören beispielsweise die Naturschutzgebiet Talamanca und Nationalpark La Amistad (bis Panamá); der Nationalpark Kokos-Insel und Schutzgebiete in Guanacaste.

Costa Rica heute

Das heutige demokratische Costa Rica galt lange als eine Art Musterland Lateinamerikas. Seit 1889 hat das Land eine bürgerliche Regierung, seit 1949 eine bis jetzt gültige Verfassung. Es besteht Wahlpflicht ab 18 Jahren. Der letzte Bürgerkrieg dauerte 1948 gerade mal 44 Tage; danach wurde die Armee aufgelöst und alle Sicherheitsaufgaben der Polizei übertragen. Schulpflicht gibt es seit über 100 Jahren, die Analphabetenrate liegt bei 5%. Als ruhiger Pol in der instabilen Region engagierte sich Costa Rica stark für den Friedensprozeß der Region. 1987 wurde Präsident Oscar Arias dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Doch im nördlichen Grenzland zu Nicaragua, jahrelang Rückzugsgebiet der dortigen Bürgerkriegsparteien, marodierten ehemalige nicaraguanische Contra-Rebellen und aus der Armee entlassene Sandinisten. Überfälle und Geiselnahmen häuften sich und auch der soziale Druck nimmt zu: 14 nicaraguanische Gemeinden wollen zu Costa Rica. Spektakulär war die Entführung einer deutschen Urlauberin und ihrer schweizerischen Reiseleiterin 1996. Trotz Einschaltung des deutschen Außenminister und des damaligen Präsidenten dauerte es Wochen, bis beide Geiseln gegen ein Lösegeld von 200.000 US-$ freigelassen wurden. Ein 10-Punkte-Katalog der Geiselnahmen mit Forderungen nach Lohnerhöhungen für Staatsbedienstete oder Preisstopp für Wasser, Strom, Telefon und Nahrungsmittel verdeutlichte ein anderes Problem: viele Staatsbedienstete sind schlecht bezahlt und bestechbar. Zudem wird das Land seit Jahrzehnten von zwei großen Parteien beherrscht, in denen wenige Familien um Regierungsposten und Pfründe kungeln.

Mehr als 100.000 Menschen haben in Costa Rica gegen die Privatisierung der staatlichen Strom- und Telefongesellschaft demonstriert. Der friedliche Protestmarsch am 27. März 2000 in der Hauptstadt San José wurde landesweit von Straßenblockaden und einem Streik im öffentlichen Dienst begleitet.

Das Wappen ist seit dem 21. Oktober 1964 das offizielle Staatswappen Costa Ricas. Die Nationalhymne stammt aus dem Jahr 1853.

Weblinks

Literatur

  • Andreas Maislinger (Hrsg.): Costa Rica. Politik, Gesellschaft und Kultur eines Staates mit ständiger aktiver und unbewaffneter Neutralität. Inn-Verlag, Innsbruck 1986. ISBN 3-85123-091-4
  • Bruce M. Wilson: Institutional Reform and Rights Revolutions in Latin America: The Cases of Costa Rica and Colombia, in: Journal of Politics in Latin America, Hamburg 2009.
  • Patrick Spittler: Entwicklung und wirtschaftliches Potential der sekundären regengrünen Trockenwälder in Costa Rica. Göttinger Beiträge zur Land- und Forstwirtschaft in den Tropen und Subtropen. Bd 144. Dissertation. Goltze, Göttingen 2001. ISBN 3-88452-405-4
  • Aviva Chomsky: West Indian workers and the United Fruit Company in Costa Rica, 1870 - 1940. 1. Auflage, Baton Rouge [u.a.] : Louisiana State University Press 1996. ISBN 0-8071-1979-2.