Christoph Columbus
| in Costa Rica |
|
Christoph Columbus (ital. Cristoforo Colombo, span. Cristóbal Colón), geboren 1451 in Genua; gestorben am 20. Mai 1506 in Valladolid) war ein genuesischer Seefahrer in spanischen Diensten, der als Entdecker Amerikas gilt.
Inhaltsverzeichnis |
3 Reisen zuvor
Dreimal ist er zuvor in Amerika gewesen. 1492 hat er die Neue Welt entdeckt, es begann auf einer winzigen Insel der Bahamas, er nannte sie San Salvador. Nur drei Schiffe hatten die Spanier ihm, dem Fremden und Zugereisten, damals anvertraut, aber nach seiner Heimkehr feierten sie ihn. Zur zweiten Reise brach er 1493 mit einer Flotte auf, und natürlich war er der Kommandant. Die zweite Reise, das war Christoph Columbus auf dem Zenit seines Ruhms und seines Könnens.
Aber er scheiterte, denn seine Leute meuterten, und die Indianer, die er nach Spanien bringen wollte, starben im Bauch seiner Schiffe, und das Gold, das er finden wollte, gab es nicht, jedenfalls nicht dort, wo er suchte. Marco Polo hatte ja von einem Indien erzählt, das wie aus Gold gemacht schien, es glitzerte und funkelte in diesem Indien, doch alles, was Columbus fand, waren Kokosnüsse. Na ja, und die paar Amulette, die er den Eingeborenen stahl, und die paar Körner aus den Flüssen der Karibik.
Er brach ein drittes Mal auf und kehrte in Ketten zurück: Der neue Gouverneur von Hispaniola, jener Insel, die 500 Jahre später zur Hälfte Haiti und zur Hälfte Dominikanische Republik heißen wird, ließ den Mann, der sein Vorgänger gewesen war, gefangen nehmen und nach Spanien zurückbringen. Und dort saß der Entdecker Amerikas dann auf dem Trockenen, entrechtet und entehrt.
Deshalb will er die vierte Reise, die heilige, die Hohe Reise. Sie soll den Beweis erbringen für alles, was ihm wichtig ist. Dafür, dass Christoph Columbus ein Visionär, ein großer Admiral, ein Staatsmann ist. Dafür, dass er tatsächlich Marco Polos Indien gefunden hat und nicht irgendwelche wertlosen Sandhaufen; dafür, dass die Eingeborenen willige Sklaven sein würden; vor allem aber für die beiden Dinge, die ihm wirklich wichtig sind, wichtiger als alles andere: Gold will Columbus nach Hause bringen, und einen Durchbruch zwischen Pazifik und Atlantik will er finden, von Kuba nach China, wie Columbus hofft, ein wenig desorientiert fährt er durch die Gegend. Sein Vorbild ist Marco Polo, der hat diese Meeresstraße ja beschrieben, die von China zum Indischen Ozean führt.
Vierte Reise
Am 9. Mai 1502 brach Columbus mit Sohn Fernando und einer Flotte von vier Schiffen, der „Capitana“, der „La Gallega“ (die Galizierin), der „Santiago de Palos“ und der „Vizcaína“, von Spanien aus zu seiner vierten Reise auf, die er selbst El Alto Viaje (Die Hohe Reise) nannte. Columbus erkundete die mittelamerikanische Festlandküste zwischen Honduras und Kolumbien. Am 14. August 1502 betrat er bei Kap Honduras erstmals auf seiner 4. Reise amerikanisches Festland. Bereits auf der dritten Reise betrat er - unwissend, dass es sich um Festland handelte - das Gebiet des heutigen Venezuelas.
Die Republik Costa Rica erhielt seinen Namen von Christoph Columbus. Er landete am 12.10.1502 auf der Isla Uvita vor Puerto Limón und blieb dort gut 2 Wochen. Columbus nannte das Land wegen seiner vermuteten (aber tatsächlich nie gefundenen) Bodenschätze Costa Rica y Castillo de Oro (Reiche Küste und Goldene Burg).
Er wollte beweisen, dass es hier in Mittelamerika eine Passage nach Indien und China gäbe. Die Karavelle „Vizcaína“ musste wegen Zerstörungen durch den Schiffsbohrwurm aufgegeben werden. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Wrack, das in der Bucht von Nombre de Dios bei Portobelo gefunden wurde, um diese Karavelle.
Nach Kämpfen mit Indígenas und einer Meuterei verbrachte er aufgrund der lecken Schiffe rund ein Jahr in der Festung Jamaika, bevor er – von den Strapazen erkrankt – nach Spanien zurückkehrte.
Literaturtipp
"Sie ankern 120 Meilen südlich von Gracias Dios (Anm.: heute "Cabo Gracias a Dios" in Honduras), weil sie Wasser und Nahrung und Holz laden wollen. Columbus schickt die Boote los, Spähtrupps, sie sind an einer Flussmündung, aber es gibt Strudel dort, "und der Wind frischte seewärts auf, und die See wurde schwer", so Fernando (Anm.: Fernando Colón, Columbus´ zweiter Sohn). Zwei Seeleute ertrinken. Columbus hat einen Sinn für Symbolik, und darum nennt er den Fluss "Río de los Destastres".
Sie kommen zu einer weiteren Flussmündung, aber es ist Nacht, und darum fahren sie nicht hinein. Zufälle wie dieser machen die vierte Reise zu einer Katastrophe.
Wären sie hineingefahren, hätten sie nur ein wenig durchgehalten, dann wären sie leicht zu einem See gekommen, jenem See, der 500 Jahre später Lago Nicaragua heißen wird, und wenn ihnen dort ein Indianer irgendwie verständlich gemacht hätte, dass sie nur 15 Meilen zu Fuß gehen müssten ... Wenn wenn wenn: Dann hätte Columbus seinen Traum verwirklicht, dann hätte er den Pazifik gesehen, dann hätte alles einen Sinn gehabt. Dann hätte er triumphiert. ..... "
Aus Klaus Brinkbäumer, Clemens Höges "Die letzte Reise. Der Fall Christoph Columbus", Spiegel Buchverlag 2006 ISBN 3-442-15365-4
Columbus-Tag in Costa Rica
Jedes Jahr im Herbst - zum Día de la Raza, dem Columbus-Tag, findet in Erinnerung an die Landung von Columbus vor der Küste Costa Ricas ein großer Jahrmarkt (Carnival de Limón) mit einem Umzug von Steeldrum-Gruppen statt, zu dem auch ausländische Touristen kommen.
Währung
Die offizielle Währung von Costa Rica ist seit 1925 der Colón. (¢). Der Name »Colón« ist abgeleitet von Cristóbal Colón - Christoph Columbus.
Weblinks
- Die letzte Reise - Der Fall Christoph Columbus Sehr interessante Spiegel-Reportage über die letzte Reise des Christoph Columbus (spiegel.de)
- Gestrandet auf Jamaika Wie Columbus' letzte Reise zur Tragödie wurde (Spiegel-Wissen)
- Was uns die Kohlenstoffatome erzählen Die C-14-Analyse im Labor muss klären, ob es sich beim vor Panamá entdeckten Wrack tatsächlich um die "Vizcaína" von Christoph Columbus handeln könnte.
- Columbus Columbus in 'Meyers Großes Konversations-Lexikon'
Literatur
- Die letzte Reise: Der Fall Christoph Columbus (Broschiert) ISBN 3442153654
- Die letzte Reise. 4 CDs: Der Fall Christoph Columbus (Audio CD) ISBN 3898133966
- Spiegel TV - Columbus' letzte Reise
- Alejo Carpentier: "Die Harfe und der Schatten". Suhrkamp, 1979. ISBN 978-3-518-02567-3
- Wolfgang Behringer (Hrsg.): Amerika – Die Entdeckung und Entstehung einer neuen Welt. Piper, München 1992, ISBN 3-492-10472-X
- Klaus Brinkbäumer, Clemens Höges: Die letzte Reise: Der Fall Christoph Kolumbus. Deutsche Verlagsanstalt, München 2004, ISBN 3-421-05823-7
- Corina Bucher: Christoph Kolumbus, Korsar und Kreuzfahrer. Primus Verlag und WBG 2006, ISBN 3-89678-274-6.
- Zvi Dor-Ner: Kolumbus und das Zeitalter der Entdeckungen. vgs, Köln 1991, ISBN 3-8025-2214-1
- Oswald Dreyer-Eimbcke: Kolumbus – Entdeckungen und Irrtümer in der deutschen Kartographie. Umschau, Frankfurt/M. 1991, ISBN 3-524-69097-1
- John Dyson, Peter Christopher: Columbus – Die Entdeckung seiner geheimen Route in die Neue Welt. Droemer Knaur, München 1991, ISBN 3-426-26474-9
- Alfonso Enseñat de Villalonga: "Cristóbal Colón. Orígenes, formación y primeros viajes.", Ediciones Polifemo, Madrid 2009, ISBN 978-84-96813-21-2
- Gustav Faber: Auf den Spuren von Christoph Kolumbus. List, München 1987, ISBN 3-471-77536-6
- S. Fischer-Fabian: Um Gott und Gold – Columbus entdeckt eine neue Welt. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1991, ISBN 3-7857-0598-0
- Frauke Gewecke: Christoph Kolumbus. Suhrkamp, Frankfurt/M. 2006, ISBN 3-518-18214-5
- Hans-Günter Gierloff-Emden: Die erste Entdeckungsreise des Columbus. Nautische und ozeanische Bedingungen. Geobuch, München 1994, ISBN 3-925308-79-2
- Gianni Granzotto: Christoph Kolumbus. Eine Biographie. Rowohlt, Reinbek 1988, ISBN 3-499-12378-9
- Christoph Kolumbus: Bordbuch. Rascher, Zürich 1941, Insel, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-458-34861-1; auch Diederichs, Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2006, ISBN 978-3-7205-2774-3
- Waldtraut Lewin: Columbus, C.Bertelsmann Taschenbuchverlag für Jugendliche (cbt), München Mai 2006, ISBN 978-3-570-30320-7
- Salvador de Madariaga: Kolumbus, Leben, Taten und Zeit des Mannes, der mit seiner Entdeckung die Welt veränderte Scherz, Bern 1989, ISBN 3-502-18435-6
- Peter Milger: Der Fall Kolumbus - Die Erzählung vom Wegbereiter der Moderne im Vergleich mit den Aussagen der Zeitzeugen, Verlag Pomaska-Brand, Schlaksmühle, ISBN 3-935937-30-X
- Frank Niess: Am Anfang war Kolumbus, Geschichte einer Unterentwicklung – Lateinamerika 1492 bis heute. Piper, München 1991, 1992, ISBN 3-492-03480-2
- Paolo Emilio Taviani: Das wunderbare Abenteuer des Christoph Kolumbus. Koehler und Amelang, Berlin 1991, ISBN 3-7338-0075-3
- Tzvetan Todorov: Die Eroberung Amerikas – Das Problem des Anderen. Frankfurt/M 1985, 2002 (8.Aufl.), ISBN 3-518-11213-9
- Offenberg, Ulrich: Christoph Kolumbus. Der Aufbruch in eine neue Welt. Grünwald bei München: Komplett-Media GmbH, 2005. ISBN 978-3-8312-6068-3 (Hörbuch)
- Andreas Venzke: Christoph Kolumbus. Rowohlt, Reinbek 1992, ISBN 3-499-50449-9
- Andreas Venzke: Der Entdecker Amerikas – Aufstieg und Fall des Christoph Kolumbus. Aufbau-Taschenbuch-Verl., Berlin 2006, ISBN 3-7466-2207-7
- Jakob Wassermann: Christoph Columbus – Der Don Quichote des Ozeans. Ein Porträt. S. Fischer, Berlin 1929, Langen-Müller, München 1977, 1992, ISBN 3-7844-1689-6, ISBN 3-423-11504-1
- Simon Wiesenthal: Segel der Hoffnung – Die geheime Mission des Christoph Columbus. Walter, Olten-Freiburg 1972, Ullstein, Berlin 1992, ISBN 3-530-95300-8, ISBN 3-550-06189-7

