Christoph Columbus
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Christoph Columbus (ital. Cristoforo Colombo, span. Cristóbal Colón), geboren 1451 in Genua; gestorben am 20. Mai 1506 in Valladolid) war ein genuesischer Seefahrer in spanischen Diensten, der als Entdecker Amerikas gilt.
Bereits im Alter von 14 Jahren soll er zur See gefahren sein. Spätestens ab dem Jahr 1479 lebte Columbus in Lissabon und heiratete Felipa Perestrelo e Moniz, welche 1480 auf Madeira den gemeinsamen Sohn Diego gebar. Durch das Studium nautischer Literatur und der Karten von Paolo Toscanelli kam er zu der Überzeugung, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel sei. Deshalb - so schlussfolgerte er - müsse ein Weg in westlicher Richtung über das Wasser zu den Küsten Asiens führen. Das wollte Christoph Columbus beweisen.
Weil er damit bei dem portugiesischen König João II. kein Interesse fand zog er 1485 mit seinem Sohn nach Spanien, doch Königin Isabella I. von Kastilien wies sein kostspieliges Vorhaben zunächst mehrmals zurück.
In einem am 17. April 1492 unterzeichneten Vertrag beauftragten ihn Königine Isabella I. und König Ferdinand II. mit einer Entdeckungsreise und ernannten ihn nicht nur zum Großadmiral, sondern zugleich zum Vizekönig der Nuevo Mundo, der Neuen Welt.
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Die erste Reise
Am 3. August 1492 schließlich stach Columbus mit der Karacke "Santa Maria" sowie den Karavellen "Niña" und "Pinta" von Palos de la Frontera aus in See. Der Matrose Rodrigo da Triana auf der "Pinta" sichtete am 12. Oktober 1492 Land: Die Expedition traf auf eine Insel der Bahamas, die in der Sprache der einheimischen Indianer Guanahani hieß, der Columbus jedoch den Namen "San Salvador" gab.
Am 6. Dezember des selben Jahres ging Columbus auf einer weiteren Insel (Haiti) an Land. Er nannte sie "Hispaniola" und gründete dort eine spanische Kolonie.
Von Januar bis März 1493 kehrte Christoph Kolumbus nach Spanien zurück, und zwar in der Überzeugung, Indien erreicht zu haben, denn Paolo Toscanelli und er hatten die Entfernung zwischen Europa und Indien auf dem westlichen Seeweg deutlich unterschätzt und Columbus ahnte nicht, dass er auf diesem Weg einen Kontinent entdeckt hatte.
Die zweite Reise
Bereits am 25. September 1493 segelte Christoph Columbus erneut nach Westen, diesmal mit 1500 Männern und siebzehn Schiffen. Als die Indianer auf Hispaniola gegen die inzwischen zerstrittenen Eroberer rebellierten, griff Columbus gewaltsam durch. Im Oktober 1495 traf eine königliche Untersuchungskommission in der Siedlung La Isabella auf Hispaniola ein. Columbus segelte daraufhin nach Spanien zurück, um sich vor Isabella und Ferdinand zu rechtfertigen.
Die dritte Reise
Während Columbus sich zum dritten Mal in der Neuen Welt aufhielt, berichteten Heimkehrer in Spanien von neuen Aufständen in den überseeischen Gebieten. Daraufhin setzten ihn Isabella und Ferdinand ab und ernannten Francisco de Bobadilla zu seinem Nachfolger. Der traf am 23. August 1500 auf Hispaniola ein, ließ Christoph Kolumbus in Ketten legen und nach Spanien bringen. Die katholischen Könige begnadigten ihn zwar, setzten ihn jedoch nicht wieder als Vizekönig ein.
Bis an sein Lebensende glaubte Christoph Kolumbus, in Indien gewesen zu sein. Tatsächlich erreichte er bei seinen insgesamt vier Forschungsreisen die Bahamas, Kuba und Haiti (3. August 1492 – 15. März 1493), die Kleinen Antillen, Puerto Rico und Jamaika (25. September 1493 – 11. Juni 1496), die Orinoco-Mündung und Trinidad (30. Mai 1498 – 25. November 1500) und die Ostküsten von Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panamá (9. oder 11. Mai 1502 – 25. November 1504).
Weil Columbus nicht die in Indien vermuteten Schätze nach Spanien brachte, fiel er in Ungnade. Am 20. Mai 1506 starb der Entdecker Amerikas arm und vergessen in einem elenden Quartier in Valladolid.
Erst der Florentiner Amerigo Vespucci, der zwischen 1497 und 1504 mehrmals vor der Südamerika- und mittelamerikanischen Küste kreuzte, erkannte, dass er einen bis dahin unbekannten Kontinent vor sich hatte – der schließlich nach ihm benannt wurde: auf Karten Martin Waldseemüllers tauchte 1507 erstmals die Bezeichnung "America" auf.
Die vierte Reise
Am 9. Mai 1502 brach Columbus mit Sohn Fernando und einer Flotte von vier Schiffen, der „Capitana“, der „La Gallega“ (die Galizierin), der „Santiago de Palos“ und der „Vizcaína“, von Spanien aus zu seiner vierten Reise auf, die er selbst El Alto Viaje (Die Hohe Reise) nannte. Columbus erkundete die mittelamerikanische Festlandküste zwischen Honduras und Kolumbien. Am 14. August 1502 betrat er bei Kap Honduras erstmals auf seiner 4. Reise amerikanisches Festland. Bereits auf der dritten Reise betrat er - unwissend, dass es sich um Festland handelte - das Gebiet des heutigen Venezuelas.
Die Republik Costa Rica erhielt seinen Namen von Christoph Columbus. Er landete am 12.10.1502 auf der Isla Uvita vor Puerto Limón und blieb dort gut 2 Wochen. Columbus nannte das Land wegen seiner vermuteten (aber tatsächlich nie gefundenen) Bodenschätze Costa Rica y Castillo de Oro (Reiche Küste und Goldene Burg).
Er wollte beweisen, dass es hier in Mittelamerika eine Passage nach Indien und China gäbe. Die Karavelle „Vizcaína“ musste wegen Zerstörungen durch den Schiffsbohrwurm aufgegeben werden. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Wrack, das in der Bucht von Nombre de Dios bei Portobelo gefunden wurde, um diese Karavelle.
Nach Kämpfen mit Indígenas und einer Meuterei verbrachte er aufgrund der lecken Schiffe rund ein Jahr in der Festung Jamaika, bevor er – von den Strapazen erkrankt – nach Spanien zurückkehrte.
3 Reisen zuvor
Dreimal ist er zuvor in Amerika gewesen. 1492 hat er die Neue Welt entdeckt, es begann auf einer winzigen Insel der Bahamas, er nannte sie San Salvador. Nur drei Schiffe hatten die Spanier ihm, dem Fremden und Zugereisten, damals anvertraut, aber nach seiner Heimkehr feierten sie ihn. Zur zweiten Reise brach er 1493 mit einer Flotte auf, und natürlich war er der Kommandant. Die zweite Reise, das war Christoph Columbus auf dem Zenit seines Ruhms und seines Könnens.
Aber er scheiterte, denn seine Leute meuterten, und die Indianer, die er nach Spanien bringen wollte, starben im Bauch seiner Schiffe, und das Gold, das er finden wollte, gab es nicht, jedenfalls nicht dort, wo er suchte. Marco Polo hatte ja von einem Indien erzählt, das wie aus Gold gemacht schien, es glitzerte und funkelte in diesem Indien, doch alles, was Columbus fand, waren Kokosnüsse. Na ja, und die paar Amulette, die er den Eingeborenen stahl, und die paar Körner aus den Flüssen der Karibik.
Er brach ein drittes Mal auf und kehrte in Ketten zurück: Der neue Gouverneur von Hispaniola, jener Insel, die 500 Jahre später zur Hälfte Haiti und zur Hälfte Dominikanische Republik heißen wird, ließ den Mann, der sein Vorgänger gewesen war, gefangen nehmen und nach Spanien zurückbringen. Und dort saß der Entdecker Amerikas dann auf dem Trockenen, entrechtet und entehrt.
Deshalb will er die vierte Reise, die heilige, die Hohe Reise. Sie soll den Beweis erbringen für alles, was ihm wichtig ist. Dafür, dass Christoph Columbus ein Visionär, ein großer Admiral, ein Staatsmann ist. Dafür, dass er tatsächlich Marco Polos Indien gefunden hat und nicht irgendwelche wertlosen Sandhaufen; dafür, dass die Eingeborenen willige Sklaven sein würden; vor allem aber für die beiden Dinge, die ihm wirklich wichtig sind, wichtiger als alles andere: Gold will Columbus nach Hause bringen, und einen Durchbruch zwischen Pazifik und Atlantik will er finden, von Kuba nach China, wie Columbus hofft, ein wenig desorientiert fährt er durch die Gegend. Sein Vorbild ist Marco Polo, der hat diese Meeresstraße ja beschrieben, die von China zum Indischen Ozean führt.
Columbus und die Indios
Nach verschiedenen Quellen stammt das Wort Indios vom Spanischen gente en dios, (Menschen in Gott). Columbus wusste, dass er bei seinen 4 Reisen in die Neue Welt noch nicht in Indien war und weil er von den paradiesischen Lebensumständen der Insulaner tief beeindruckt war. ("Es gibt in der Welt kein besseres Volk. Sie lieben ihre Mitmenschen wie sich selbst und ihre Unterhaltungen sind immer nett und freundlich.") In den Augen der spanischen Eroberer waren sie naiv und unschuldig. Solche Menschen wurden damals von den Spaniern "gente en dios", Menschen in (oder mit) Gott, genannt.
Literaturtipp
"Sie ankern 120 Meilen südlich von Gracias Dios (Anm.: heute "Cabo Gracias a Dios" in Honduras), weil sie Wasser und Nahrung und Holz laden wollen. Columbus schickt die Boote los, Spähtrupps, sie sind an einer Flussmündung, aber es gibt Strudel dort, "und der Wind frischte seewärts auf, und die See wurde schwer", so Fernando (Anm.: Fernando Colón, Columbus´ zweiter Sohn). Zwei Seeleute ertrinken. Columbus hat einen Sinn für Symbolik, und darum nennt er den Fluss "Río de los Destastres".
Sie kommen zu einer weiteren Flussmündung, aber es ist Nacht, und darum fahren sie nicht hinein. Zufälle wie dieser machen die vierte Reise zu einer Katastrophe.
Wären sie hineingefahren, hätten sie nur ein wenig durchgehalten, dann wären sie leicht zu einem See gekommen, jenem See, der 500 Jahre später Lago Nicaragua heißen wird, und wenn ihnen dort ein Indianer irgendwie verständlich gemacht hätte, dass sie nur 15 Meilen zu Fuß gehen müssten ... Wenn wenn wenn: Dann hätte Columbus seinen Traum verwirklicht, dann hätte er den Pazifik gesehen, dann hätte alles einen Sinn gehabt. Dann hätte er triumphiert. ..... "
Aus Klaus Brinkbäumer, Clemens Höges "Die letzte Reise. Der Fall Christoph Columbus", Spiegel Buchverlag 2006 ISBN 3-442-15365-4
Columbus-Tag in Costa Rica
Jedes Jahr im Herbst - zum Día de la Raza, dem Columbus-Tag, findet in Erinnerung an die Landung von Columbus vor der Küste Costa Ricas ein großer Jahrmarkt (Carnival de Limón) mit einem Umzug von Steeldrum-Gruppen statt, zu dem auch ausländische Touristen kommen.
Währung
Die offizielle Währung von Costa Rica ist seit 1925 der Colón. (¢). Der Name »Colón« ist abgeleitet von Cristóbal Colón - Christoph Columbus.
Weblinks
- Die letzte Reise - Der Fall Christoph Columbus Sehr interessante Spiegel-Reportage über die letzte Reise des Christoph Columbus (spiegel.de)
- Gestrandet auf Jamaika Wie Columbus' letzte Reise zur Tragödie wurde (Spiegel-Wissen)
- Was uns die Kohlenstoffatome erzählen Die C-14-Analyse im Labor muss klären, ob es sich beim vor Panamá entdeckten Wrack tatsächlich um die "Vizcaína" von Christoph Columbus handeln könnte.
- Columbus Columbus in 'Meyers Großes Konversations-Lexikon'
Literatur
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Literaturempfehlungen zu Columbus
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