Bullenhai

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Bullenhai
Bullenhai.jpg

Bullenhai (Carcharhinus leucas)

Reich: Tiere (Animalia)
Klasse: Knorpelfische
Ordnung: Grundhaie (Carcharhiniformes)
Familie: Requiemhaie (Carcharhinidae)
Gattung: Carcharhinus
Art: (Foto) Bullenhai
Wissenschaftlicher Name

Carcharhinus leucas

Gefährdungsstufe

Gefahrdung NT.png
IUCN

Bullenhaie (Carcharhinus leucas) zählen zur der etwa 50 Arten umfassenden Ordnung der Grundhaie, welcher u.a. auch der Tigerhai, der Zitronenhai und verschiedene Riffhaie angehören. Sie zeichnet jedoch eine ganz besondere Eigenart aus. Keine andere Haiart dringt in Flüsse, Ströme und sogar Seen vor, um dort zu leben und zu gebären. Die Fähigkeit den Salzgehalt in ihrem Körper um mehr als 30 Prozent zu reduzieren, ermöglicht es ihnen auch im Süßwasser zu tarieren.

Bullenhaie sind sehr neugierig, außerdem absolute Nahrungsopportunisten und sie fühlen sich auch in sehr seichtem Wasser in Küstennähe wohl. Diese Eigenschaften - verbunden mit ihrer Größe - sind die Gründe, Bullenhaie als sehr gefährlich einzustufen. Sie sind zudem für eine Reihe von Haiunfällen, bei denen Badende oder Speerfischer beteiligt waren, verantwortlich.

Der Bullenhai oder Gemeine Grundhai (manchmal auch Stierhai oder Sambesihai genannt) (Carcharhinus leucas) - ist ein Hai aus der Familie der Requiemhaie (Carcharhinidae).

Körperbau

Mit 3,5 m Länge wird der Bullenhai über 200 kg schwer. Kennzeichnend sind die runde, sehr kurze Schnauze und kleine Augen. Die erste Rückenflosse ist ein nahezu gleichseitiges Dreieck, die 2. Rückenflosse ist wesentlich kleiner.

Verbreitung

Er hält sich sowohl in Süß- als auch in Salzwasser auf. Hierbei bevorzugt er flaches Wasser in Ufernähe und im Mündungsgebiet der Flüsse und nutzt damit die schlechte Unterwassersicht aus, die bereits beim geringsten Seegang und durch die Vermischung des Süß- und Salzwassers entsteht. Sein Lebensraum ist in allen wärmeren Küstengebieten von

Verbreitung in Mittelamerika

In Mittelamerika wurde der Bullenhai im Lago de Izabal in Guatemala, im Nicaraguasee in Nicaragua und an der Flussmündung des Río Sirena vor der Westküste der Halbinsel Osa gesichtet.[1]

Nicaraguahai

Die im Nicaraguasee vorkommenden Bullenhaie wurden teilweise als eigene Art, Carcharhinus nicaraguensis beschrieben, jedoch wissenschaftlich nicht anerkannt.

In den 1960er Jahren wurde festgestellt, dass Nicaraguahaie ähnlich wie Lachse die Stromschnellen des Río San Juan überwinden können und somit im Austausch mit der Karibischen See stehen. Im Nicaraguasee markierte Haie wurden 7-11 Tage später in der Karibischen See gefangen. Die größte Populationsdichte existiert im Unterlauf des San Juan und der Flussmündung des Río Colorado, Costa Rica. Die Vermehrung erfolgt im Brackwasser und nicht im See. Nur 10-12% der Bullenhaie, welche in den San Juan aufsteigen, gelangen in den Nicaraguasee, da viele Tiere von Berufsfischern wegen deren Haut, Rückenflossen und Fleisch herausgefangen werden. 1975 wurden von der Regierung Costa Ricas zahlreiche Schutzmaßnahmen für den Bullenhai erlassen, die Fangquote lag 1980 bei 113 Tonnen/Jahr. Die Bestände haben seit dem dennoch rapide abgenommen, da es aufgrund des Vermehrungszyklus, der langen Tragezeit und der geringen Nachkommenschaft vermutlich 20 Jahre dauern würde, bis sich die Population erholt.

Relation zum Menschen

Der Bullenhai gehört neben dem Tigerhai und dem Weißen Hai zu den Haien, die für die meisten Haiangriffe auf Menschen verantwortlich gemacht werden. In den International Shark Attack Files des Florida Museum of Natural History werden trotz der küstennahen Lebensweise des Hais insgesamt allerdings nur 75 unprovozierte Angriffe und 23 Todesfälle gelistet.

Quellen

  1. Vier Meter lange Stierhaie vor Costa Rica entdeckt

Literatur

  • Henry B. Bigelow, William C. Schroeder Carcharhinus Nicaraguensis, a Synonym of the Bull Shark, C. Leucas Harvard University
  • Edward Marriott, Savage Shore: Life and Death with Nicaragua's Last Shark Hunters, Metropolitan Books Travel ISBN 080505555X
  • Miranda Smith, Michael Schmidt, Wissen erleben Haie - Die faszinierende Welt der Meeresjäger, ISBN 3401063464
  • Chris Fallows, Haie. Ein Bildband, ISBN 3868731407
  • Die Welt erleben und verstehen. Haie, ISBN 3831016046
  • Matthias Bergbauer, Robert Myers, Manuela Kirschner, Das Kosmos Handbuch Gefährliche Meerestiere: Erkennen, behandeln, Notfallmanagement: Erkennen, Richtig behandeln, Notfallmanagement, ISBN 3440109453