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Eigentliche Aras
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Eigentliche Aras
| Eigentliche Aras | |
|---|---|
Eigentliche Aras (Ara) | |
| Reich: | Tiere (Animalia) |
| Abteilung: | Gewebetiere (Eumetazoa) |
| Stamm: | Chordatiere (Chordata) |
| Klasse: | Vögel (Aves) |
| Ordnung: | Papageien (Psittaciformes) |
| Familie: | Eigentliche Papageien (Psittacidae) |
| Gattung: | Eigentliche Aras (Ara) |
| Art: (Foto) | Hellroter Ara |
| Wissenschaftlicher Name | |
|
Ara | |
| Gefährdungsstufe | |
Die Eigentlichen Aras (Ara) sind eine Gattung aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae). Sie sind alle in Süd- und Mittelamerika beheimatet. Man findet in Costa Rica vornehmlich den Hellroten Ara, und diesen nur auf der Osa Halbinsel im Nationalpark Corcovado. Die Tiere leben in der Regel paarweise zusammen, bei der Nahrungssuche können aber Tiere in Gruppen in den Bäumen beobachtet werden. Da die Tiere sich mit lautstarkem Gekrächze bemerkbar machen, bleiben selten zwei Tiere alleine an der Nahrungsquelle. Bei Dämmerung kann man die Tiere laut schreiend in Zweierformationen zurück ins Landesinnere fliegen sehen, wo sie die Nacht geschützt in den hohen Baumkronen der Urwaldriesen verbringen. Die roten Ara sind große Vögel mit einer Körpergröße von bis zu 90 Zentimetern.
Das Wort Ara ist indianischen Ursprungs, das lautmalerisch aus dem Ruf der Tiere gebildet wurde. Diese typischen Laute sind jedoch nur den großen Arten eigen. Die Gattung wurde vom französischen Naturforscher Bernhard Germain de Lacépède 1799 erstmals definiert.
Zu den Eigentlichen Aras gehören 9 Arten, eine davon ist bereits ausgestorben.
- Gelbbrustara (Ara ararauna)
- Blaulatzara (Ara glaucogularis)
- Kuba-Ara (Ara tricolor) (†)
- Kleiner Soldatenara (Ara militaris)
- Großer Soldatenara (Ara ambiguus) (auch unter Bechstein-Ara oder Grüner Ara bekannt)
- Hellroter Ara (Ara macao), diese Art kommt in Costa Rica, vornehmlich im Nationalpark Corcovado vor
- Grünflügelara (Ara chloroptera)
- Rotohrara (Ara rubrogenys)
- Rotbugara (Ara severus)
Quellen: Forshaw, 2006: Parrots of the World. Hoppe, 1985: The World of Macaws. Juniper & Parr, 1998: Parrots.
Inhaltsverzeichnis |
Weitere Arten
Zum Begriff Ara zählt man auch die Gattungen Orthopsittaca (Rotbaucharas), Primolius (Kleinaras), Anodorhynchus (Blauaras), Cyanopsitta (Spixara) und Diopsittaca (Blaustirn-Zwergara). Des weiteren ist in Rothschild's Extinct Birds die Rede von sieben weiteren Arten, die bereits ausgestorben sind. Diese Aras waren Inselbewohner der Großen und Kleinen Antillen. Ein genauer Nachweis, dass es sich bei diesen Populationen um eigene Arten oder vielmehr um Unterarten von noch existierenden Nominatformen gehandelt hat, konnte infolge der raschen Ausrottung bis heute nicht erbracht werden. Es sind jedoch zahlreiche zeitgenössische Berichte über diese Papageienarten überliefert (z.B. Atwood, 1791; Du Tertre, 1654, 1677; Gosse, 1847; Labat, 1742). .
- (†) Dominica-Ara (Ara atwoodi) - Dominica
- (†) St.-Croix-Ara (Ara autocthones) - Saint Croix
- (†) Blaugelber Ara (Ara erythrura) - Westindische Inseln (manchmal auch als Synonym für den
- (†) Martinique-Ara beschrieben)
- (†) Rotkopfara (Ara erythrocephala) - Jamaika
- (†) Gelbstirnara (Ara gossei) - Jamaika
- (†) Guadeloupe-Ara (Ara guadeloupensis) - Guadeloupe
- (†) Martinique-Ara (Ara martinica)- Martinique
Sozialverhalten
Aras sind äußerst gesellige Vögel, die fast nur in Gruppen, meist zu Zwanzig, aufzufinden sind. Nur während der Fortpflanzungszeit entfernen sich Aras paarweise von ihren Gruppen. Aras begeben sich zusammen auf Futtersuche und kehren abends zu einem gemeinsamen Schlafplatz zurück. Bei Mitgliedern bestimmter Familien ist zu beobachten, dass sie immer ganz besonders nah aneinander fliegen und Körperkontakt suchen, wenn sie schlafen.
Bisher konnten Forscher bei Aras noch keine Hierarchie feststellen, da sie nicht von einem Leittier angeführt zu werden scheinen. Trotzdem lassen jüngere Tiere den Älteren grundsätzlich den Vortritt bei der Nahrungsaufnahme und erst wenn die alten Tiere fertig sind, beginnen die Jungen zu fressen. Dies hat jedoch eher einen praktischen Hintergrund als echte Höflichkeit: Die älteren Tiere sind erfahrener und wissen daher, wo es gutes Futter zu holen gibt. Durch Beobachtung und Nachahmung lernen dann die Jüngeren von den Älteren, um selbst später ein Vorbild zu werden.
Aras besitzen kein festes Revier, durchstreifen jedoch regelmäßig ein weites Gebiet, das sie nicht gegen andere Aras verteidigen. So sammeln sich auf manchen Bäumen verschiedene Aragruppen. Weshalb die Aras ihr Revier nicht gegen Eindringlinge verteidigen, ist einfach zu erklären: Der Überfluss an pflanzlicher Nahrung macht jeden Futterneid absolut sinnlos (vor allem für die üppigen Wäldern Südamerikas zutreffend).
Wenn sich die verschiedenen Gruppen auf einem Baum treffen, achten sie strengstens darauf, sich keinesfalls zu vermischen. Zu bestimmten Zeiten treten alle Gruppen den Abflug an, um Schlafplätze zu suchen (gegen Mittag für die Mittagsruhe und nachts). Ein naher Verwandter des hellroten Aras ist der größte, uns bekannte Ara, der Hyazinthara. Er misst einschließlich seines eindrucksvollen, herrlich blauen Schwanzes bis zu einen Meter. Mit dieser Größe ist er natürlich ein starker Futterkonkurrent des zierlicheren Vetters. Daher meiden die Arten die Gesellschaft des anderen und fliegen sich aus dem Wege.
Die Rufe der Tiere haben für den Zusammenhalt des Paares und Schwarms im dichten Blätterwald eine wichtige Funktion. Da es sich bei Papageien um gesellige Vögel handelt und sie zumeist in kleinen Flügen (Gruppen) oder auch in großen Schwärmen zusammenleben, sind ihre Rufe nicht bloßes Schreien (wie von unseren Ohren registriert), sondern stellen differenzierte Laute mit verschiedener Bedeutung für die Artgenossen dar. Manche haben sogar recht leise und melodische Lautäußerungen in ihrem Repertoire.
Tagesablauf der Aras
Der Tagesablauf der Aras folgt einem genau festgelegten Schema. Bei Sonnenaufgang verlassen alle ihre Schlafplätze, um Nahrung zu suchen, und erst bei Sonnenuntergang kehrt man zurück.
Trotz ihres Gewichts sind Aras gewandte Flieger. Mit ihren großen Flügeln kommen sie zügig an ihr Ziel. Legen sie große Distanzen zurück, fliegen sie oberhalb der Baumkronen und bei kurzen fliegen sie zwischen Bäumen hindurch. Direkte Tiefflüge geschehen jedoch nur über Wasserläufen.
Während ihrer Streifzüge entfernen sich die Aras nicht weiter als 10 Kilometer von ihrem Schlafplatz. In regelmäßigen Abständen wird ein neuer Schlafplatz bestimmt. Während Aras fressen, bleiben sie möglichst ruhig, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sobald jedoch ein Vogel Gefahr zu erkennen meint, gibt er sofort lautstark Alarm an alle Mitglieder der Gruppe. So werden alle rechtzeitig gewarnt und kleinere Gefahren durch den Lärm sogar verscheucht.
Partner für das ganze Leben
Aras sind wie fast alle Papageien monogam und die Gemeinschaft besteht, bis einer der Partner stirbt. Männchen, die noch kein Weibchen gefunden haben, suchen sich spätestens zu Beginn der Fortpflanzungszeit ein Weibchen. Die Vorgänge des Balzverhaltens sind noch nicht ganz geklärt.
Bei Aras gibt es auch keine Kämpfe um bestimmte Geschlechtspartner; wenn ein Pärchen sich zusammengefunden hat, bleibt es ein Leben lang zusammen.
Hat sich ein Paar gefunden, schnäbeln sie zuerst ausgiebig und putzen sich gegenseitig. Ist die Brutzeit nahe, löst sich das Pärchen von der Gruppe und sucht sich einen Brutplatz (meistens benutzen sie das selbe Baumloch mehrere Jahre hintereinander). Das Weibchen legt zwei oder drei weiße Eier auf den Boden, der mit Holzspänen gepolstert wurde, und brütet 4-5 Wochen. Es wird dabei nur selten abgelöst, da das Männchen sich auf Nahrungssuche macht.
Frühe Lebensphase
Beim Schlüpfen sind die jungen Aras völlig nackt, wachsen jedoch schnell und bekommen ihre Federn nach vier Wochen. Nach zehn Wochen sind sie dann vollständig befiedert. Drei bis vier Monate bleiben die Jungen im Nest und erhalten in unregelmäßigen Abständen vorgekauten Nahrungsbrei. Sowohl Männchen als auch Weibchen sorgen nun für Futter. Wenn das Nest verlassen wurde, werden die jungen Vögel noch von ihren Eltern ernährt, bis sie in der Lage sind, selbst für sich zu sorgen. Gesellschaften bleiben zusammen bis zur nächsten Brut, manchmal sogar länger.
Natürliche Feinde
Raubkatzen wie der Jaguar können den Aras nur selten gefährlich werden, da diese nur am Boden nach Beute suchen können. Ihre Hauptfeinde sind Greifvögel wie die Harpyie, die tagsüber im Wald jagen.